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Leserbrief „Isolationspflicht muss abgeschafft werden“

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Offener Brief an den Europa Möbel Verbund, an den Bundesverband Mittelständische Wirtschaft und an die IHK Heilbronn-Franken zur Isolationspflicht  und  Absonderungsverordnung für Arbeitnehmer.

Der Personalmangel in nahezu allen Branchen spitzt sich – wie täglich thematisiert – weiter zu. Nicht zuletzt herrscht ein akuter Fachkräftemangel und auch „Aushilfen“, etwa für die Gastronomie, sind rar gesät. Öffnungszeiten und -tage werden drastisch reduziert, demnach auch die Umsätze. Dem nicht genug bleiben Mitarbeiter, die Corona-positiv getestet sind, zusätzlich noch in Isolation.

Hierbei beläuft sich die Dauer der Isolation nicht – wie im Bestfall möglich – auf fünf Tage (wenn, dann symptomfrei),sondern auf mindestens zehn bis zwölf Tage, da die Tests immer noch positiv anschlagen. Oder aber der Mitarbeiter lässt sich gleich – problemlos – telefonisch vom Hausarzt für zwei Wochen krankschreiben.

Das ist leider die Realität, die nicht nur wir als Einzelhandelsunternehmen täglich erleben. Dies wird mir persönlich von Kollegen bundesweit, von Mitgliedern des Wirtschaftsforums Pro Tauberbischofsheim und auch von Partnern aus der Industrie regelmäßig berichtet. Ebenso von vielen Eltern, die oft mit Positiv-Fällen zum Beispiel in den Kitas zu kämpfen haben und regelmäßig die Kinder nach Hause holen.

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Die Kontakte dieser Corona-Positiven, auch im eigenen Haushalt, gehen weiter zur Arbeit, auf Veranstaltungen usw.. Was macht das für einen Sinn?

Nahezu alle Urlauber kommen Corona-positiv zurück und begeben sich erst einmal in Isolation, während die Kollegen, die von den heimkehrenden Urlaubern eigentlich nun auf der Arbeit ablöst werden sollten, dann in Urlaub fahren. Somit sind teilweise manche Bereiche in den Unternehmen überhaupt nicht mehr oder nicht ausreichend besetzt.

Es kann kein Unternehmer mehr nachvollziehen, warum zum aktuellen Zeitpunkt noch eine Absonderung notwendig sein soll, wenn es so viele Möglichkeiten gibt, das Virus trotzdem zu bekommen.

In den meisten mir bekannten Fällen haben die Menschen leichte bis gar keine Symptome – und dann ist noch fraglich, ob es tatsächlich Corona sein soll – und wenn, dann meist nur ein bis zwei Tage. Dafür ist dann die Arbeitskraft bis zu zwei Wochen nicht im Betrieb.

Und Home Office funktioniert nicht an jeder Stelle – wenn eine Krankschreibung vorliegt, kann der Mitarbeiter auch nicht dazu gezwungen werden.

In unserem Betrieb war fast jeder Mitarbeiter nun schon mindestens einmal wegen Corona zuhause und fiel eben auch meist ganze zwei Wochen aus. Der wirtschaftliche Schaden dadurch ist eine extreme Zusatzbelastung in dieser ohnehin sehr schwierigen Zeit. Gesetzliche Entschädigungen für diese Ausfälle greifen nicht und sind nur Augenwischerei.

Sehr viele Menschen testen sich nicht mehr, aus Angst, ein positives Ergebnis zu erhalten, das sie zum Beispiel von einer Urlaubs-/Freizeitaktivität oder anderen ihnen wichtigen Dingen (bei manchen ist es sogar die Arbeit) abhalten könnte.

Selbst medizinisches Personal in Kliniken, Pflegediensten oder Rettungsdiensten macht keine Tests mehr – diese Information habe ich direkt von einigen Mitarbeitern aus diesen Bereichen.

Für Herbst werden hohe Infektionszahlen erwartet. Meiner Meinung nach ist die Dunkelziffer aktuell so hoch, dass diese kaum noch im Spätjahr getoppt werden kann – außer es folgt dann wieder eine strenge Testpflicht, womit man natürlichbewusst die Zahlen um ein Vielfaches steigern kann.

Aber würde das etwas an der aktuellen Gesamt-Situation ändern?

Österreich und Frankreich lassen die Isolationspflicht nahezu komplett fallen, in Deutschland denkt man über ihr Wegfallen für medizinisches Personal nach.

Nur im medizinischen Bereich – als ersten Schritt – würde dies bei uns auch wiederum keinen Sinn machen, wenn man gezielt die Risikogruppen gefährdet und der Rest bleibt „geschützt“.

Sehr gerne dürfen zum Beispiel die AHA-Regeln wieder verschärft werden, wenn ein Mitarbeiter Symptome hat oder eben positiv getestet, aber absolut arbeitsfähig ist.

Viele Details ließen sich noch weiter ausführen, ich denke aber, es ist klar, dass schnell gehandelt werden muss. Darum bitte ich Sie und fordere Sie auf:

Setzen Sie sich im Namen des Mittelstandes und der Wirtschaft in Deutschland für eine schnellstmögliche ganzheitliche Abschaffung der Isolationspflicht (Absonderung von positiv getesteten Personen) ein, um den existenziell wichtigen Kundenservice durch unser Fachpersonal weiter aufrecht halten zu können. Dies kann nur durch weiteren Druck auf die Politik geschehen.

Aktuell werden wässrige Vorlagen für Oktober verabschiedet – Priorität muss aber die Korrektur der gegenwärtigen Misslage haben.

Daniel Schott, zweiter Vorsitzender des Wirtschaftsforums Pro Tauberbischofsheim

 

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