Leserbrief - Gedenken an den 1. April 1945 Glück der Unversehrtheit

Von 
Leserbrief-Schreiber: Werner Peschke und Gerd Brander (Pro Wertheim)
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Im Herbst vergangenen Jahres hatten wir gegenüber der Stadtverwaltung die Idee einer Gedenkfeier zum 1. April angeregt, den 70. Jahrestag an dem durch die mutige Handlung einiger Bürger unsere Stadt vor der Zerstörung bewahrt wurde.

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An der weiteren Entwicklung der Idee einer Feier und gleichzeitig eines angemessenen Gedenkorts sind wir nicht mehr beteiligt. Wir wollen auf diesem Weg unsere Gedanken an einen historischen Tag zusammenfassen, um damit den Mut des Augenblicks, insbesondere von Heinrich Herz und Anton Dinkel, in angemessener Form zu würdigen.

Wir wollen nicht aufhören, an diese letzten Stunden, ihre Dramatik und ihr glückliches Ende zu erinnern, um nie zu vergessen und in Demut der Befreiung aus der dunkelsten Zeit deutscher Geschichte gedenken.

Oft waren es nur letzte Stunden, die ausgereicht haben oder hätten, durch selbstlos mutiges Handeln Menschenleben zu retten und, wie hier in Wertheim, die Stadt vor der Zerstörung zu bewahren. Die von Herz und Dinkel auf dem Bergfried gehisste weiße Fahne ist für Wertheim zum Symbol des Endes einer menschenverachtenden Epoche geworden. Sie war keineswegs Zeichen einer Niederlage.

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Für Wertheim war der 1. April 1945 der Vorgriff auf den 8. Mai, den Tag der bedingungslosen Gesamtkapitulation Nazideutschlands. Wir sollten diesen 1. April in Wertheim als Tag der Erinnerung an den Glücksfall der Unversehrtheit begehen und ihn gleichzeitig als Tag des Nachdenkens über den Gang unserer unmenschlichen Geschichte in der nationalsozialistischen Schattenzeit begreifen.

Stetes Erinnern ist ein unverzichtbarer Beitrag zum bewussten Umgang mit Geschichte und zur Demokratieerziehung, ehrenamtliches Engagement kann hier ein Helfer sein.

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Gedenken an das Kriegsende verstehen wir als wichtigen Weg, an Frieden und Freiheit zu erinnern, als Mahnung an jeden Einzelnen, sich gegen Gewalt und Diktatur abzugrenzen.

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Heinrich Herz und Anton Dinkel haben großen Dank und Anerkennung verdient, ebenso die mutigen Wertheimer, die ihrem Handeln gefolgt sind.