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Leserbrief - Zu „Ärzte dürfen Sterbehilfe leisten“ (FN, 27. Februar) „Gewissenhaft mit Urteil umgehen“

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Persönlich warte ich schon viele Jahre auf eine Reform zum Sterbehilfegesetz. Man muss es bei schwer Kranken, unheilbar Kranken, dem Sichtum Verfallenen und ähnlichen Personengruppen begrüßen, um ihnen einen schmerzfreien, würdevollen Tod zu schenken.

Was mich aber geschockt hat, ist die tatsächliche Tragweite des Urteils.

Nämlich, jeder, wirklich jeder, kann jetzt sagen, dass er sterben möchte. Junge, Gesunde, vermeintlich mitten im Leben stehende Menschen können selbstgewählt aus dem Leben scheiden. Zum Beispiel ein vom Partner Verlassener sieht keinen Sinn mehr – selbstbestimmter Tod. Eine Mutter, geistig rege, möchte ihren Kindern die Heimkosten ersparen – selbstbestimmter Tod.

Das geht mir zu weit. Es müssen Regularien gefunden werden, die kerngesunde Menschen nicht selbstgewählt gehen lassen.

Ärzte dürfen, auf Grund Ihres hypokratischen Eides keine Sterbehilfe leisten (noch nicht!).

Wer „hilft“ mir dann bei meinem Todeswunsch – ein riesiger Geschäftsbereich tut sich da mit einem Mal auf. - Kommen Sie zu uns zum Sterben - Bei uns liegen Sie richtig. Da wäre man doch bei seinem Hausarzt besser „aufgehoben“.

Des Weiteren befürchte ich auch, dass damit krimenellen Machenschaften Tür und Tor geöffnet werden.

Mein Appell an die von uns gewählten Volksvertreter, gehen Sie äußerst gewissenhaft mit dem Urteil um und schaffen Sie schnellstmöglichst Regularien dafür.

Trotz allem, ich liebe zu leben.

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