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Leserbrief - Zu „Wasserversorgung gehört in öffentliche Hand“ (FN 19. März 2022) Genehmigung der Abfallaufbereitungsanlage lässt grüßen

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© Fotolia/mapoli-photo

Nein, Mist haben wir weder vor dem Rathaus in Lauda noch vor dem Landratsamt in Tauberbischofsheim abgeladen. Auch kam, Gott sei Dank, niemand bei unseren Protestveranstaltungen ums Leben. Ansonsten aber muss einem beim Schauen des ARD-Films „Bis zum letzten Tropfen“ sehr vieles sehr bekannt vorkommen: Schon die Vorstellung des Projektes in der Öffentlichkeit mit gefakten Zahlen, zweifelhafte Gutachten im Sinne der Firma, Gemauschel hinter den Kulissen, das dicke Geld. Déjà-vu!

Und als nach der leichtfertigen Entscheidung des Gemeinderats die Unterschrift unter der extra für die Firma auf den Weg gebrachten „Bebauungsplanänderung Pfützenäcker“ die Unterschrift des Bürgermeisters stand, meinten selbst die hohen Gerichte (VGH Mannheim, VG Stuttgart und BVerwG Leipzig), da könne man rechtlich nichts mehr ändern.

Dasselbe Landratsamt, dessen neuer Chef, Landrat Christoph Schauder, in den FN so vehement in Abrede stellt, dass so etwas wie im Film hier im Main-Tauber-Kreis passieren könnte; dieses Landratsamt war ebenfalls nicht in der Lage, besser: nicht willens, die üble Geschichte noch zu stoppen, ja hat sogar kräftig die selbst am Gemeinderat von Lauda-Königshofen vorbei entschiedene Verdreifachung der Tonnage verteidigt. Die Behauptung des Landrates, „dass alle beteiligten Stellen nicht für den Konzern, sondern für die Bürger arbeiten würden“ (FN-Artikel), entspricht in unserem Fall ganz gewiss nicht der Wirklichkeit!

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Landrat Christoph Schauder über Realität und Fiktion des Films „Bis zum letzten Tropfen”

Veröffentlicht
Von
Diana Seufert
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Im Film haben der Bürgermeister und andere wichtige Akteure eine Wende vollzogen. In der Schlussszene finden aber dennoch nicht diese und auch nicht die betroffene Bevölkerung Beachtung und Gehör. Das letzte Wort behält der – protegiert von den Behörden – raffiniert agierende Unternehmer.

Wie hier: In Gerlachsheim steht nun (im Wasserschutzgebiet!) die Abfallaufbereitungsanlage der Firma Konrad Bau, ausgebaut zur Festung, umgeben von übermannshohen Mauern, gesichert mit Überwachungskameras.

Und nach unter Umgehung des Rathauses erfolgter städtebaulicher Abnahme, läuft der Probebetrieb und rollt der Schwerlastverkehr - gnadenlos und menschenverachtend. Das Einzige, was man uns gnädig genehmigt hat, ist die Tempo-30-Zone auf einem Teil der engen Ortsdurchfahrt – bewusst nicht überwacht und zum zweiten Mal nur auf Probe. Unser Vertrauen in staatliche Behörden und in die Gerichte ist aufgebraucht, fast „bis zum letzten Tropfen!

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