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Leserbrief - Zur Berichterstattung über den Ukraine-Konflikt „Friedenspolitik sieht anders aus“

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Nach dem, was man zur Ukraine-Krise hört und liest, kann einem Angst werden. Das Verhalten des Westens dabei unter der Regie der USA gleicht einem Vabanque-Spiel. Man behält sich sozusagen das Recht vor, die Ukraine in die Nato aufzunehmen, Russland habe dazu kein Vetorecht.

Damit lässt man keinen Spielraum für Verhandlungen. Die neue deutsche Verteidigungsministerin stößt unterwürfig ins gleiche Horn. Ist es denn so schwer, sich vorzustellen, dass Russland seinerseits sich bedroht fühlt und das nicht akzeptieren kann. Eine Friedenspolitik sieht anders aus. Da würde man auch die Sicherheitsinteressen der Gegenseite berücksichtigen. Als sich vor 30 Jahren der Warschauer Pakt aufgelöst hatte und über die deutsche Einheit verhandelt wurde, hat man Russland zugesagt, nicht weiter nach Osten zu gehen. Russland ist dann aus Deutschland abgezogen.

Die USA sind immer noch in Westdeutschland. Inzwischen hat man sich das ganze Baltikum einverleibt (Nato) und steht damit vor den Toren von St. Petersburg. In Polen und Tschechien hat man Raketensysteme installiert. Wenn man dann die Ukraine noch hat, ist es nicht mehr weit nach Moskau. Begründet wird diese Osterweiterung immer mit der Übernahme der Krim durch Russland.

Deutschland wäre gut beraten, wenn es sich aus dem aggressiven Weltmachtgehabe der USA heraushielte und ein gutes Verhältnis zu Russland anstrebte. Wenn es zu einem Krieg kommen sollte, wird der nicht in Amerika stattfinden, sondern in Europa. Deutschland wäre wegen der US-Militärpräsenz das vorrangige Ziel.

Ich frage mich, ob das Berliner Politkern überhaupt bewusst ist.

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