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Hier hat der Leser das Wort - „Zuerst leiden Warschau und Rotterdam“ (FN, 1. September) „Fakten nicht korrekt wiedergegeben“

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Im Beitrag über den Luftkrieg im Zweiten Weltkrieg wurden meiner Meinung nach Fakten nicht korrekt wiedergegeben.

Der Artikel erweckt den Eindruck, dass die Bombardierung von Warschau und Rotterdam gegen die Zivilbevölkerung gerichtet war. Beide Städte waren jedoch militärisch verteidigte Frontstädte – im Gegensatz zu Mannheim und Ludwigshafen.

Im Fall von Rotterdam hatten die Verteidiger zwischenzeitlich kapituliert. Man versuchte noch, die bereits gestarteten Bomber zurückzurufen, was nur teilweise gelang.

Auch die zeitliche Abfolge der Luftangriffe wurde im Artikel nur ungenau beschrieben. Bereits am 11. Mai 1940 genehmigte die britische Regierung Nachtangriffe auf das deutsche Hinterland.

Die Royal Air Force schlug also nicht erst ab dem Jahr 1942 zurück. Die alliierte Luftoffensive gegen Deutschland ist ohnehin nicht einem Vergeltungsgedanken entsprungen, sondern einer eigenständigen Luftkriegsdoktrin (Trenchard-Doktrin), die auch ohne deutsche Luftangriffe zur Entfaltung gekommen wäre.

Schon in den 1930er Jahren hatte England schwere Bomber mit großer Reichweite gebaut.

Bereits im Jahr 1936 erging ein Auftrag des britischen Verteidigungsministeriums über die Produktion von 4,5 Millionen Stabbrandbomben, welche ihre stärkste Wirkung im Masseneinsatz gegen Altstädte erzielten.

Die deutsche Luftwaffe hingegen war aufgebaut worden, um Boden-Operationen unmittelbar zu unterstützen.

Das Fehlen an Bomber-Verbänden mit großer Reichweite stellte sich für sie als strategischer Fehler heraus.

Mit diesem Leserbrief möchte ich niemanden reinwaschen. Ich bin jedoch der Meinung, dass der angefallene Dreck gleichmäßiger verteilt werden sollte.

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