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Leserbrief - Zu „Natürliches Tempolimit“ (FN, 4. Dezember) „Einsicht in Notwendigkeit“

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Im Artikel „Natürliches Tempolimit“ wird Audi-Chef Duesmann (Nomen est Omen) zitiert mit dem Satz, dass „autonomes Fahren mit ziemlicher Sicherheit nicht in Geschwindigkeitsbereichen über 200 km/h stattfinden“ wird.

Diese Prognose beruhigt sicher alle, die sich über Unfälle mit „gehackten“ Selbstfahrern Sorgen machen. Bedauerlich mag die Aussicht aber für all jene sein, die wie Autohersteller und Verkehrsminister (alt und neu) trotz der bedrohlichen ökologischen Probleme an grenzenlosem Tempo noch immer nichts Verwerfliches entdecken können. So betrachtet Duesmann „das nicht vorhandene Tempolimit als großes Zeichen der Freiheit“, die „etwas Ikonisches für Deutschland ist“.

Mich erinnert diese Aussage an den 1974 schon dummdreisten ADAC-Slogan „Freie Fahrt für freie Bürger“.

Welche Folgen ein solches Verständnis von Freiheit hat, die einem jeden ein zügelloses Ausnützen von Freiräumen gestattet, haben uns neben anderen Skandalen die Dieselgangstereien deutlich vor Augen geführt. Kein Wunder, dass nach solchen Vorbildern nun auch die Impfverweigerer „ihre Freiheit“ genießen wollen.

Ist einem an einer funktionierenden Gesellschaft gelegen, nimmt man sich die Erkenntnis der Philosophen Hegel und Engels zu Herzen, die ihre Freiheit in der „Einsicht in die Notwendigkeit“ fanden. Dazu bedarf es des Einsatzes von Verstand, Vernunft und Verantwortung.

Wenn Umfragen zufolge heute eine Mehrheit der Bundesbürger ein Tempolimit befürwortet, darf man hoffen, dass ihre „Einsicht in die Notwendigkeit“ auch ohne staatliche Verfügungen der Raserei à la Duesmann bald ein Ende setzt.

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