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Leserbrief - Zur Berichterstattung über Nordstream 2 und den Ukraine-Konflikt „Die EU muss dieses Problem lösen”

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Es ist ziemlich scheinheilig von US-Präsident Biden, den Europäern die Inbetriebnahme der Nordstream 2 verbieten zu wollen, aber gleichzeitig Öl aus Russland für jährlich sechs Milliarden Dollar zu importieren, mehr als von den Saudis. Die zehn Milliarden Euro teure Gaspipeline wurde zur Hälfte von Gazprom, der Rest mit jeweils einer Milliarde von OMV (A), Wintershall Dea (D), Shell (NL-GB), Engie (F), Uniper (D-FIN) finanziert. Die 55 Milliarden Kubikmeter/Jahr sind nur zum Teil für Deutschland bestimmt. Eine Nichtinbetriebnahme wäre ein europäisches Desaster. Gleichzeitig fordert der BDI den Bau von 46 Gaskraftwerken um die drohende Versorgungslücke aus volatiler Energie und dem Kohle-Ausstieg zu schließen. Auch dafür war Nordstream 2 vorgesehen. Es ist naiv zu glauben, man könnte Moskau damit ärgern. Das energiehungrige China springt gerne ein. Um was geht es im Ukraine-Konflikt wirklich? Wie in Afghanistan um immense Bodenschätze wie Lithium, Kobalt, seltene Erden. Für zig Millionen E-Autos. Dummerweise lagert das Lithium im prorussischen Donbas. Den Abbau soll die australische „European Lithium“ vornehmen. Was Nachbar Russland auch will, und es hätte die Bewohner hinter sich. Kiew sucht das Bündnis mit der Nato. Biden sieht außer dem Lithium auch die Chance einer weiteren Nato-Osterweiterung. Putin wiederum könnte uns die Nordstream 1 zudrehen. Es droht ein zweites Afghanistan vor der Haustür. Die EU muss dieses Problem lösen. Auf unserem Rücken ausgetragene Drohungen aus Washington sind eher kontraproduktiv.

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