Leserbrief - Zur offiziellen Einweihung des Windparks Klosterwald Die erneuerbaren Energien sind das kleinere Übel

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Leserbrief-Schreiber: Heinrich Koch (Weikersheim)
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Wenn man die Tageszeitung liest, könnte man sich in die 70-er Jahre zurückversetzt fühlen, als alle Welt mit dem Aufkleber "Atomkraft, nein danke", herum lief.

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Jetzt also der Windwahn. Dabei sind die Fakten ein klein wenig anders. Wer vom Frevel am Klosterwald spricht, sollte mindestens auch erklären, dass dieser über 500 Hektar groß ist und nur ein Prozent davon für den Windwahn genutzt wird.

Deshalb empfehle ich den Creglingern, mal ihren wunderbaren Barfußweg am Münstersee zu laufen.

Dort findet man eine Waldinfo, nach der jedem Deutschen über vier Hektar Wald zur Verfügung stehen. Nach Abzug der Windwahnfläche fehlen jetzt jedem Creglinger ein paar Quadratzentimeter. Was für ein Frevel.

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So viel zu geschönten Zahlen, auch das Wort Lärm ist in diesem Zusammenhang wenig angebracht. Geräusch, wegen mir auch störendes Geräusch, halte ich für angebrachter.

Aber davon sind noch viel mehr belastet, wenn man an einer Durchfahrtsstraße, Bahntrasse, Flughafen, Dauerbaustelle, Straßenrillen, Hahnenschrei oder Rinderwiese lebt. Und wenn gar nichts mehr geht, mäht einer der vielen Nachbarn immer einen Rasen, wenn man sein wohlverdientes Mittagsschläfchen hält.

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Dabei gibt es tolle Schallschutzfenster, die, meines Wissens auch noch kräftig bezuschusst werden. Unsere Ohren haben deshalb die wunderbare Eigenschaft, sich an störende Geräusche zu gewöhnen, so dass man sie kaum noch hört. Genüsslich wird auch den Volksvertretern Befangenheit wegen politischen Vorgaben vorgeworfen.

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Ehrlicherweise muss man den Windwahnsinnigen eingestehen, dass diese schon qua Satzung befangen sind und nicht etwa die Meinung der "ganz normalen Bürgern" vertreten.

Überhaupt hieß es, dass diese Monster-Mühlen wegen Windmangels kaum ausgelastet seien. Jetzt auf einmal rattern diese Tag und Nacht. Was stimmt denn jetzt?

Die Antwort dürfte genau so dürftig ausfallen, wie die des Ministers. Das kleinere Übel im Vergleich zur Atomkraft sind jedenfalls erneuerbare Energien aus Wasser, Luft und Sonne. Ich für meinen Teil bekomme allerdings Augenschmerzen, wenn ich verschandelte Dörfer und Wohngebiete mit Solardächern sehe. Da sollte man eine STI (Kürzel sind wichtig), Solar-Traktion Initiative gründen, die sich um Umgehungen dieser Gegenden oder Brillen, welche diese Dächer ausblenden, kümmern. Da können natürlich Windwahnsinnige nicht Mitglied werden, weil die bestimmt ein Solardach haben.

Bleibt noch die Geruchsbelästigung bei entsprechender Windrichtung. Da gründen wir doch eine NTI, eine "Nasen Tortur Initiative", um dagegen anzugehen.

Na ja, wenigstens machen Augenschmerzen und Nasenzauber keinen Lärm, pardon kein Geräusch und der Hahn kräht auf dem Mist, da ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist.

Da haben wir wenigstens eine genaue Wettervorhersage.