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Leserbrief - Zu „Jugend setzt klares Zeichen“ (FN, 22. März) „Die Bürger fordern“

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Sascha Bickel fordert auch ein Embargo von Energielieferungen. Wenn die Politik hierbei zögert, dann mit guten Gründen. Die Lasten würden sehr unterschiedlich zu tragen sein. Auf die 20 Prozent Erdöl aus Russland können wir verzichten; der Ausfall kann durch andere Lieferanten ersetzt werden.

Putin kann problemlos das Öl zu höheren Preisen auf dem Weltmarkt verkaufen. Die Folgen wären für uns weitere Erhöhungen des Benzinpreises und eine Verteuerung aller mit Hilfe von Erdöl hergestellten Waren.

Kosten sparen könnten wir durch Nahverkehr, das Fahrrad und die eigenen Füße. Das sind Einschränkungen der Bequemlichkeit. Ein autofreier Sonntag kann durchaus befreiend sein.

Die Politik sollte den Mut haben, die Bürger zu fordern. Ernst wird die Situation für alle, wenn die Gasimporte deutlich reduziert werden. Ein totales Embargo wäre ein Debakel für unsere Wirtschaft und die persönliche Lebensweise. Massive Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit wären die Folge in vielen Bereichen.

Ich erwarte nicht den Zusammenbruch der Wirtschaft, aber eine erhebliche Durststrecke für uns alle: Gas- und Stromzuteilung nur in Zeitrastern, Ausfall von Stromnetzen durch Überlastung, Vorrang für die Notfallorganisationen. Die gerade abgeschalteten AKW wieder anwerfen? Erscheint dieses Szenario zu dramatisch?

Ich habe das Krisenmanagement des Kalten Kriegs noch in Erinnerung. Wir müssen uns auf den Krisenmodus einstellen, also der freiwillige Verzicht als erste Bürgerpflicht. Ist die jetzige Generation dafür bereit?

Wer für ein Eingreifen der Nato ist: Sind Sie bereit, ihre Lieben in den Kampf zu schicken?

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