AdUnit Billboard

Leserbrief: Zu "Bauaktivitäten" in der Ochsengasse (FN 25. April) Billiger Schablonenrasterbau

Lesedauer

Nur weiter so! Die Unverfrorenheit, mit der der Abriss des historischen Gebäudes "Grüner Baum" in der Ochsengasse zum Publikumsspektakel propagiert wird, ist unerträglich, widerwärtig und blamabel für eine Stadt, die um Gäste, Kurgäste und Touristen wirbt und ganze Straßenzüge in den Seitengassen der Innenstadt zerstört und verkommen lässt. Invest-Spekulanten feiern den Abriss eines ortsprägenden, in der Historie Mergentheims verankerten Gebäudes und steinernen Dokumentes unserer Baukultur und jubeln scheinheilig einen billigen Schablonenrasterbau mit dem Etikett "Stadthaus Grüner Baum" hoch, geplant von offensichtlich von der historischen Substanz überforderten Architekten.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Die behauptet "desolate" Bausubtanz hält wieder einmal als windelweiche Ausrede für einen Abriss her - die beliebte Standardbegründung für Bauherren und Genehmigungsbehörden - sie erspart qualitätsvolle Planung, ermöglicht die lukrative Nutzung jedes Quadratszentimeters, steigert den Profit und bremst Denkmalämter aus.

Mit einem Funken guten Willens könnte dieser geschichtsträchtige Bau mit der von barocken Steinelementen dekorierten Fassade nachhaltig in eine anspruchsvolle Architektur einbezogen und erhalten werden - als Nachbar zu den vorbildlich renovierten und auch genutzten Gebäuden Ochsengasse 2 der Familie de Longueville. Wie lange noch soll in Mergentheim eine Narrenfreiheit für Investoren gelten, die unser kulturelles Erbe, den Reichtum der unverwechselbaren Architektur der Altstadt verschleudert und zerstört und ersetzt durch beliebig austauschbare billige Notarchitektur?

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1