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Leserbrief - Zum Bericht „Rückstaubarriere schützt vor schlimmeren Folgen“ (FN, 12. Juni) Biberfreunde: An die Fakten halten, nicht maßlos übertreiben

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Auch Biberfreunde sollten sich an Fakten halten und nicht maßlos übertreiben. Der Bericht von Jürgen Hönninger bedarf einer tiefergehenden Betrachtung.

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Der Biberdamm im Naturdenkmal „Ried“ soll Häuser und Grundstücke vor einem Hochwasser geschützt haben. Ich habe mir das weitere Umfeld im Tal des Insinger Bachs intensiv angeschaut. Die getroffenen Aussagen halte ich für stark übertrieben, ein nennenswerter Rückhalt hat sicher nicht stattgefunden – und schon gar nicht wurden Gebäude vor Wassermassen geschützt. Nachdem das Wasser bis zur Dammkrone steht, bleibt kaum Raum für einen zusätzlichen Rückhalt.

Der Biber hat hier keinen zusätzlichen Stauraum als Puffer geschaffen.

Wie jeder von Bibern angestaute Bach, weist auch der Insinger Bach eine schlechte Wasserqualität auf. Bei einem relativ kleinen und kurzen Gewässer mag das zu tolerieren sein, in größeren Bächen wie Balbach, Grün- und Wittigbach, um nur einige zu nennen, kann das nicht mehr geduldet werden.

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Dämme in kurzen Abständen sorgen für stehendes Wasser, das sich erwärmt, dadurch weniger Sauerstoff binden kann und zur Verschlammung führt.

Zur Erwärmung trägt auch fehlendes Ufergehölz bei, ob durch den Biber gefällt oder durch Dauerstau abgestorben. Fatal für Fische und die gesamte Unterwasserfauna.

Ohne Zweifel wird Wasser in der Aue zurückgehalten, oft zum Preis von nicht mehr nutzbaren fruchtbaren Talböden.

Die grundlegende Veränderung des Rieds, verbunden mit der Zerstörung floristischer Strukturen mit immerhin 62 kartierten Pflanzenarten, hin zu einer großen Wasserfläche, hat ohne Zweifel eine Reihe meist durchziehender Vogelarten angezogen.

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Die Zahl von insgesamt 130 beobachteten Vogelarten bezweifle ich, auch unter Berücksichtigung eines sehr langen Beobachtungszeitraums.

Das Tal des Insinger Bachs wurde und wird vom Biber auf einer Länge von etwa 1,5 Kilometer umgestaltet. Der Biber führt hier das Regime. Damit kann und muss man leben. Interessierte Bürger mögen sich jedoch diesen Bereich einmal näher anschauen und sich Gedanken machen, ob weitere Tallandschaften einen ähnlichen Charakter bekommen sollen oder doch etwa so bleiben sollten wie es seit vielen Generationen funktioniert hat – und zwar mit munter fließenden, klaren Bächen, deren Ufergehölz der Mensch sinnvoll und nachhaltig nutzen kann.

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