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„Bahn muss für alle verfügbar sein“

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© Fotolia/mapoli-photo

Zu „Ziel ist Regelbetrieb (FN 30. Mai) und „Bahnhalt bekommt ganz neues Gesicht“ (FN 4. Juni):

Endlich hat es mal einer ausgesprochen, wie man die Attraktivitätssteigerung bei der Bahn vorwärts bringen kann. „Nur wenn ein Zug auch hält und nicht nur einfach durchrauscht, kann man Leute (Fahrgäste) für die Bahn gewinnen.“

Genau dies entspricht der jahrelangen Forderung der Ortschaft Vorbachzimmern, den Fehler des Jahres 1985 zu korrigieren und den Bahnhaltepunkt in Form einer Bedarfshaltestelle endlich wieder ans Netz zu bringen. Die weiteren Ausführungen von Landrat Schauder zur Frankenbahn will ich hier nicht kommentieren. Vielmehr geht es darum, die Aussage von Kreisrat Thomas Kraft (SPD) ausdrücklich zu unterstreichen, weil sie 1:1 auf die Situation unserer Ortschaft zutrifft.

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Es ist tatsächlich ein frustrierendes Gefühl, wenn jeden Tag und Jahr für Jahr die Züge der Westfrankenbahn durchrauschen und der Ortschaft signalisieren: Ihr seid zu klein, wegen Euch halte ich nicht! Wenn ihr mitfahren wollt, dann steigt in Niederstetten oder Laudenbach zu oder fahrt mit dem Bus, wenn das mal zeitlich ein passendes Angebot ist! Es liegt nicht am Geld, signalisiert das Verkehrsministerium mit Schreiben vom 16. Mai auf meine Anfrage. Immerhin, so weiter, werden bei fortschreitenden technischen Verbesserungen neue Haltepunkt in Erwägung gezogen.

Unter anderem wird hierbei auch eine Reaktivierung von Vorbachzimmern geprüft. Anmerkung: Wenn dies eine ernsthafte Aussage ist, so stirbt die Hoffnung zuletzt.

Landrat Schauder hat versichert, dass ihm eine gute Anbindung aller Orte im Landkreis an den ÖPNV und an den Schienenpersonennahverkehr ein sehr wichtiges Anliegen ist.

Daraus will man ernsthaft und wohlwollend folgern, die Zielsetzung der Ortschaft findet Unterstützung. Deshalb richtet sich der Appell an alle Verantwortungsträger, in den kommenden Jahren diese Zielsetzung anzugehen. Folgerichtig kann man es nur begrüßen, dass die West-Frankenbahn in alle bisher bestehenden Haltepunkte erheblich investiert. So jüngst in den Bahnhalt „Weikersheim“, der ein neues Gesicht bekommen soll.

Zurückhaltend darf dennoch die Frage gestellt werden, warum man eine bestehende zweite Gleisanlage zurückbaut und damit Weikersheim als mögliche Systemkreuzungsstelle eliminiert. Ob künftiges verbessertes Zug-/Fahrzeugmaterial letztlich diesen Verlust ausgleichen kann und Reserven für neue Bahnhalte schafft, ist für die Laien zunächst nicht nachvollziehbar.

Hoffen wir, dass alle Entscheidungen proaktiv für alle Bürgerinnen und Bürger in allen Orten einer bestehenden Bahnlinie (Strecke Crailsheim-Lauda) und alle Investitionen sinnvoll und zukunftsorientiert getroffen werden.

Eines ist klar: auf Vertrauen allein dürfen wir uns bis zum Gegenbeweis leider nicht verlassen. Wenn nicht jetzt, wann dann, soll der schienengebundene ÖPNV seine Zukunftsaufgabe erfüllen und für die Bürgerinnen und Bürger zu einer echten Alternative zum zunehmend verteuerten Individualverkehr mit dem PKW werden?

Wenn nicht jetzt, wann dann sollen alle an der Schiene liegenden Gemeinden eine zukunftsorientierte Mobilitätsoffensive und Strukturverbesserung erfahren? Beim Bau der Eisenbahnlinien vor deutlich über 100 Jahren war es wohl keine Frage, wie man vorzugehen hat. Es wurden keine Unterschiede zwischen Groß und Klein gemacht. Schließlich haben auch die kleinen Gemeinden ihr Land für den Bau der Schiene zur Verfügung gestellt. Deshalb muss gelten: Die Bahn muss für alle verfügbar und leicht zugänglich sein. Das Netz muss engmaschiger, und, damit auch ein Zugang umliegender Ortschaften und Gemeinden, leichter werden. Hoffen wir, dass mit der Zeitenwende auch Einsichten wachsen, die Kleinen nicht zu vergessen!

Gerhard Hauf, Ortsvorsteher in Vorbachzimmern

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