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Leserbrief - Zum Bericht „Leitfaden für Lehrer geplant“ (FN, 28. März) Auch Sprachästhetik liegt oft im Argen

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Nicht nur in der Rechtschreibung sind die Jugendlichen in Deutschland alles andere als Musterschüler.

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Nein, außer bei der Orthografie liegt es auch mit der Sprachästhetik oft im Argen. So wird beispielsweise im Konjunktiv das Wörtchen „würde“ zu oft strapaziert. Nur statt „würde sein“ wird „wäre“ und statt „haben würde“ wird „hätte“ fast automatisch verwendet. Das Wort sollte aber möglichst nur als Substantiv im Sinne von „Ehre“ Verwendung finden. Vor einigen Jahren hatte ich mir einmal die Mühe gemacht und sämtliche Gymnasien in der Region angemailt, um die Rektoren zu bitten, in den Oberstufen im Deutschunterricht folgende Fragen zum Konjunktiv beantworten zu lassen, wobei das Wort „würde“ nicht vorkommen darf: 1) (falsch): Würde das Reh auf dieser Lichtung äsen, würde es der Jäger erschießen. 2) (falsch): Würden wir von dieser Wurst essen, würden wir uns den Magen verderben.

1) (viel besser und kürzer): Äste das Reh auf dieser Lichtung, erschösse es der Jäger. 2) (viel besser und kürzer): Äßen wir von dieser Wurst, verdürben wir uns den Magen.

Ich bat die Rektoren, mir den Prozentsatz der richtigen Antworten interessehalber mitzuteilen. Meine Bitte blieb unbeantwortet. Weil sich keiner blamieren wollte?

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Aber auch die Presse ist öfter nicht ohne Fehler. Immer wieder ist dabei der Dativ des Genitivs Tod. Das Buch „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ lässt grüßen!

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