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Leserbrief - Zu „Liebe zu unserem Volk ist die Klammer“ (FN, 23. April) Angestellter Vergleich „geht gar nicht“

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Es begann 1975, dem Jahr der KSZE-Schlussakte von Helsinki. Der Korb III der Akte „Zusammenarbeit in humanitären und anderen Bereichen“ hatte offenbar eine wachsende Flut ausreisewilliger DDR-Bürger zur Folge. Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) war entschlossen, mit der ihm eigenen Schärfe dagegen vorzugehen: „feindlich-negative Personen“ umgehend zu inhaftieren, andere einzuschüchtern und zu beobachten. Staatsfeinde waren eine besondere Klientel des MfS.

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Robert Havemann – geschasster Universitätsprofessor, Kommunist und Honecker-Mitgefangener im Zuchthaus Brandenburg war einer davon.

Der „Antrag zur ständigen Ausreise aus der DDR“ wurde gestellt bei der Abteilung Inneres des zuständigen Rates des Kreises: Erfüllungsgehilfin der MfS-Kreisdienststelle beim Bekämpfen des Antrags, der wieder und wieder zurückgewiesen wurde.

Irgendwann folgten nervenzehrende „Aussprachen“ in unterschiedlicher Besetzung: Monate, gar Jahre konnten dabei ohne greifbares Ergebnis, dafür mit Überwachung, Hintertreibung und Drohungen vorübergehen.

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Auch wurden Gründe gesucht, um Kinder der Ausreisewilligen dauerhaft von ihren Familien trennen, oder Letztere erpressen zu können.

„Ausreiseantragsteller und somit Staatsfeind“ gewesen zu sein, ist falsch: entweder, oder! Das derzeitige Erleben eines AfD-Funktionärs zu vergleichen mit dem seltsamen Erleben einer scheinbar Schwachsichtigen unter den vielen Sehern der Ausgereisten, geht schon gar nicht. Das Ergebnis ist nicht nur parteiisch, falsch und zynisch, sondern indirekt Huldigung des/der Einen und Verachtung der Vielen!

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