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Leserbrief - Zu "Mehr Zuschauer trotz Wetterkapriolen" (FN, 16. September) "Ärger mit den genauen Zahlen vom Hals"

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Nach nur vier Wochen sind die 13 351 verkauften Festspielkarten abgerechnet. Dabei hat es nach Abschluss der letztjährigen Festspielsaison nur ganze drei Tage gedauert, bis die 14 337 Tickets gezählt und in der Zeitung veröffentlicht waren. Aber da wurde auch eine zusätzliche Verwaltungskraft engagiert.

Warum es dieses Mal vier Wochen gedauert hat, wird der staunende Beobachter wohl erst in der Bürgerversammlung am vierten Adventswochenende erfahren, wenn das Publikumsinteresse auf ein Jahresallzeittief geschrumpft ist. Vermutlich wird es ein IT-Problem gewesen sein, was allerdings bei der noch mit Dampfkraft betriebenen Software nicht weiter verwundert; mussten die Tickets noch kreuz und quer und diagonal gerechnet und dann auch noch durch die Glaskugel geschossen werden.

Dann werden die Bürger vielleicht auch erfahren, nach welchen geheimnisvollen und bisher unbekannten mathematischen Gesetzen die Intendanz zu einem Anstieg der Verkaufzahlen von 3,2 Prozent kommt, wenn es - nach Adam Riese - in dieser Saison 986 Tickets weniger gewesen waren ? !

Vor diesem Hintergrund grenzt es geradezu an ein Wunder, dass die Bundestagswahl nicht am Röttinger Rathaus gescheitert ist. Die 1131 Stimmen wurden in noch nicht einmal zwei Stunden ermittelt und "die genauen Zahlen" auf die Reise nach Berlin geschickt. Aber da waren halt auch nur ganz normale Bürger am Werk und keine Profis und Zahlenakrobaten aus der Nebelkammer der Frankenfestspiele.

Nachdem in der kommenden Spielzeit das "Junge Theater" in Kooperation mit benachbarten Schulen aus der Umgebung eine tragende Rolle übernehmen wird, könnte man - wie schon das Echterstift und das Gauvolksfest - auch gleich das Ticketmanagement mit outsourcen. Dann hätte die Intendanz ein für alle Mal den ganzen Ärger mit "den genauen Zahlen" vom Hals und könnte sich das Herumeiern sparen.

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