Leserbrief - Zu "Der Feldhase behauptet sich" (FN, 8. April) Ackerboden wird geopfert

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Der Landverbrauch in Deutschland von mehr als 70 Hektar täglich für Industrie, Bauland, Straßen und so weiter sowie der teils schonungslose Umgang mit Umwelt und Natur gibt Anlass zur Sorge. Großzügig wird Ackerboden unwiederbringlich für Wachstum und Fortschritt geopfert. Dass aber landwirtschaftliche Flächen der Nahrungserzeugung dienen, wird dabei ignoriert, obwohl die Bevölkerung zunimmt.

Solange die Supermärkte mit billigen Nahrungsmitteln förmlich überquellen, fehlt anscheinend jegliches Bewusstsein, sparsam mit dem noch vorhandenen Boden umzugehen. Jede Fläche, die der freien Natur entzogen wird, geht unter anderem auch für die Aufnahme von Regenwasser verloren. Über zunehmende Überschwemmungen und Sturzfluten brauchen wir uns in Zukunft also nicht wundern. Ausgleichsmaßnahmen halte ich für reine Augenwischerei, denn neues Ersatz-Land kann nicht aus dem Hut gezaubert werden. Wo bleiben die ehemaligen (grünen) Naturschützer, die vor noch nicht allzu langer Zeit um jeden Baum und um jeden Quadratmeter Boden gekämpft haben und heute dem Raubbau an der Natur teils wohlwollend gegenüberstehen? Für absurd halte ich den Vorschlag einer Partei, die Landwirte durch Steuererleichterungen zur freiwilligen Landabgabe zu bewegen. Einen brutalen Eingriff in die Natur kann man beim Ausbau der A3 zwischen Würzburg und Aschaffenburg sehen. Konsum und Wachstum sind die Götter unserer Zeit, denen Politik und Wirtschaft huldigen. Einen Hinweis, wohin unser Verhalten womöglich führen wird, könnte dieser alte Witz geben: Treffen sich zwei Planeten. Sagt der eine: "Du siehst aber schlecht aus." Antwortet der andere: "Ich habe Menschen." Darauf der Erste: "Oh, das geht vorbei".