Wieder nichts zum Anziehen

Sabine Holroyd über kleidungstechnische Tatsachen

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Sabine Holroyd
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Es gehört zum Allgemeinwissen, dass Frauen nie genug – ach, was schreibe ich denn da – so gut wie nichts zum Anziehen haben.

Des Weiteren ist es eine Tatsache, dass Frauen, die ein Kompliment zu ihrer Kleidung bekommen, in 90 Prozent der Fälle mit einer abwertenden Handbewegung und einem Satz reagieren, der mit „Ach“ beginnt.

Der Satz heißt entweder „Ach, diese Bluse meinst du? Die ist schon uralt!“

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Oder, in der längeren Ausführung: „Ach, diese Bluse meinst du? Die war spottbillig. Hat 20 statt 60 Euro gekostet.“

Ein Mann dagegen verhält sich ganz anders bei kleidungstechnischen Komplimenten – sofern seine Garderobe überhaupt Grund zur neidlosen Anerkennung gibt. Er sagt: „Sieht gut aus, nicht wahr? Vielen Dank!“

Aus gegebenem Anlass, den ich hier aus Gründen des Datenschutzes nicht näher erläutern kann und darf, stellte ich zwei Tage vor diesem Anlass fest, dass ich so gut wie nichts zum Anziehen habe.

Anders ausgedrückt: Das, was ich tragen wollte, wurde mir von einem mir nahe stehenden jungen Menschen verboten.

„Mama“, sagte dieser Mensch in einem ziemlich vorwurfsvollen Ton zu mir, „so kannst du da echt nicht hingehen!“

Also, ich finde diese silbern glänzende Schlaghose schick.

In den Tiefen meines Schranks fand ich dann zum Glück ein Kleid, das so neu war, dass sogar noch das Preisschild daran hing.

Irgendwann einmal, ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, muss ich es erworben haben, weil ich es für ein schier unglaubliches Schnäppchen hielt und wohl dachte, dass ich „so was“ bestimmt mal brauchen könnte.

Als ich dann wider Erwarten bei diesem bedeutenden Anlass ein Kompliment dafür bekam, sagte ich: „Ach, dieses Kleid meinst du? Das ist schon uralt.“

Redaktion Im Einsatz für die Lokalausgabe Tauberbischofsheim