Ursachen suchen

Thomas Schreiner zum gestrigen Krisengipfel nach dem Weinfest

Von 
Thomas Schreiner
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Wer Polizeibeamte als „Bullenschweine“ bezeichnet und sie massiv an der Ausübung ihres Dienstes hindert, hat nicht nur auf dem Weinfest nichts verloren, sondern ein generelles Problem mit der Ordnung im Staat. Wenn zusätzlich auch noch umstehende Personen, die sonst eher als unauffällige Bürger gelten, diese Krawalldackel verbal unterstützen und die Polizisten ebenfalls beschimpfen, statt ihnen in ihrer Bedrängnis zu helfen, ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Vor allem, wenn sie die Angaben von Zeugenpersonalien bei Körperverletzungsdelikten verweigern und in einem Fall sogar versuchen, einen bereits festgenommenen Randalierer aus dem Polizeigewahrsam zu befreien. Ein solches Verhalten ist inakzeptabel und durch nichts zu rechtfertigen, zumal auch noch zwei Polizeibeamte verletzt worden sind.

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Doch woraus resultiert diese Verrohung? Ist es der Frust über die von einem Anwohner erwirkte Weinfestverkürzung? Oder spiegelt sie generell einen Werteverlust in unserer Gesellschaft wider? So ist der gestrige Krisengipfel zwar sehr löblich, doch als Konsequenz reicht es nicht aus, einfach nur die Anzahl der Sicherheitskräfte in raschem Aktionismus zu erhöhen, oder die Vereine erneut auf die Einhaltung des Ausschank-Endes einzuschwören. Es muss vielmehr nach der Ursache für das Verhalten geforscht und darauf reagiert werden. Auf der Suche nach Antworten können die nächsten Stadtfeste in Königheim und Tauberbischofsheim sicherlich Antworten liefern. Denn dann stehen weitere Erfahrungswerte zur Verfügung. Daran sollten die Beteiligten in Lauda dann mit weiteren Maßnahmen anknüpfen.

Redaktion