Pleiten und Pannen

Heike v. Brandenstein zur Generalsanierung des BSZ Wertheim

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Heike von Brandenstein
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Pech ist ein emotionaler Begriff, eine subjektive Empfindung. Der sollte, werden objektive Kriterien als Maß von Ingenieurleistungen angelegt, nicht greifen. Deshalb geht es beim Großprojekt Generalsanierung des Beruflichen Schulzentrums Wertheim nicht um die sprichwörtlichen „Pleiten, Pech und Pannen“, sondern eben nur um „Pleiten und Pannen.“

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Zu fragen ist, wie es so weit kommen konnte bei all den Mahnungen in den vergangenen Jahren, die meist hinter verschlossenen Türen stattfanden, ab und an aber auch öffentlich geäußert wurden. Dabei stand Landrat Reinhard Frank im Kreuzfeuer der Kritik. Kreisräte seiner eigenen Partei, der CDU, fragten bei der sich stetig verteuernden Maßnahme nach, wie das denn bitte zu begründen sei. Einmal wurden die teuren Container genannt, ein anderes Mal die unterschätzte Schadstoffsanierung und dann wieder der über den Haufen geworfene Entwurf des Werkstattneubaus, der sich als Industriebau doch nicht so realisieren ließe wie ursprünglich gedacht.

Letztlich platzte den so am Nasenring durch die Manege geführten Kreisräten der Kragen. Ein Controlling sollte her, das die offensichtlichen Ungereimtheiten darlegen und eine möglichst realistische Kostenschätzung unterbreiten sollte. Das wohl renommierteste Büro Deutschlands für Projektmanagement, Drees & Sommer aus Stuttgart, wurde damit beauftragt. Auch das dürfte ein stolzes Sümmchen gekostet haben. Heraus kam, Stand Februar 2021, die überarbeitete Kostenschätzung vom April 2020. 16,6 Millionen Euro mehr werden danach veranschlagt. Eine horrende Summe.

Der Kreisbürger kann sich bei diesen offensichtlichen Pannen nur noch die Augen reiben und fragen, wer dafür eigentlich die Verantwortung trägt. Ist es ein „Nicht wissen wollen“, ein „einfach laufen lassen“ oder schlichtweg eine Überforderung des ohnehin unterbesetzten Bauamts, das zudem einige Personalwechsel zu verkraften hatte? Beantworten kann das allein die Landkreisverwaltung. Die Bürger im mittleren und südlichen Main-Tauber-Kreis müssen indes hoffen, dass angesichts der Ausgaben, die mit dem BSZ und dem Bursariat II in den Norden fließen, auch für sie noch etwas übrig bleibt und die Pannen nicht zur Pleite werden.

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Redaktion Zuständig für die Kreisberichterstattung Main-Tauber