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FN führen zum „Tatort“

Michael Fürst mit der Polizei im Wald unterwegs

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Michael Fürst
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Während knapp 30 Jahren „bei der Zeitung“ erlebt man so einiges: Schönes, Schlimmes, Aufregendes und Kurioses. In den letzten Teilbereich fallen Ereignisse der vergangenen Tage, die ich den FN-Lesern nicht vorenthalten möchte. Und los:

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Mich erreichte die Mitteilung eines Bucheners, der im Wald zwischen Buchen und Stürzenhardt spazieren ging. Dort sprang ihm ein Schild ins Auge, auf dem stand: „Vorsicht Kampfmittelräumung. Baustelle betreten verboten. Lebensgefahr.“ Beim Blick über das Schild hinweg in den Wald erblickte er ein weißes Zeltdächlein. Wie im Krimi. Solche Dächlein werden stets dann errichtet, wenn dort ein Tatort untersucht wird. Wow! Das ist die Entdeckung! Das ist die Story des Jahrhunderts! Ab zur Zeitung.

Ich nun, mit dieser Information konfrontiert, kontaktierte die Pressestelle der Polizei und Buchens Bürgermeister Roland Burger. „Was ist denn da los?“, wollte ich wissen. Wenige Minuten später saß ich im Auto, einer vagen Wegbeschreibung folgend, um dorthin zu düsen. Den Ort habe ich nicht gleich gefunden, weil er nicht da liegt, wo sich Fuchs und Hase „gute Nacht“ sagen, sondern noch ein Stück dahinter. Es erreichte mich die Antwort des Bürgermeisters: „Das ist mir neu. Ich kann mir höchstens vorstellen, dass der unkundige Beobachter die archäologischen Grabungsarbeiten falsch interpretiert, die dort stattfinden. Amerikanische Archäologen und Studenten graben an der Absturzstelle eines amerikanischen Bombers.“ Logo! Als ich aus dem Auto steige und in den Wald trete, erkenne ich die Grabungsstätte. Die FN haben am 13. Juli über das Projekt berichtet. Hätte der Spaziergänger nur mal „gscheit“ Zeitung gelesen – und ich nachgedacht. . .

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Das war es aber noch nicht: Tags darauf meldete sich die Polizei bei mir. Sie wüsste nichts von solch einem Schild und eine Streife, die extra wegen meiner Anfrage in den Wald geschickt wurde, habe es nicht entdecken können. Ob ich bitte helfen könne? FN-Redakteur führt Polizei zum „Tatort“. Na klar! Treffpunkt Polizei Buchen. Ich voraus. Streife hinterher. Ich achte darauf, die Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuhalten! Im Wald staubt es ob der Trockenheit gewaltig. Gut, dass ich voraus fahre, denn das Polizeiauto ist schneeweiß vom Staub, als wir an besagtem Schild ankommen. Die Amerikaner schauen erschrocken: Polizei! Doch dann erklären die Gäste detailliert ihre Arbeiten und die zwei „Streifenmänner“ hören interessiert zu. Alles klar! Doch das Schild? Das hat die Firma „Tauber“ aufgestellt. Ein Kampfmittelräumdienst müsse vor Ort sein bei solchen Grabungen, erklärt ein Mitarbeiter mit der Statur eines Kleiderschranks. Noch ein paar Notizen der Polizisten und das wars. Auf dem Weg aus dem Wald bin dann leider ich hinterhergefahren – und danach gleich in die Waschanlage.

Bürger, die sich für die Grabungen interessieren, sind jederzeit willkommen. Man muss den Ort nur erst einmal finden…

Ressortleitung Leiter der Redaktionen Buchen und Sport

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