Aufgabe für Generationen

Ralf Marker zur Forsteinrichtung im Stadtwald

Von 
Ralf Marker
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Im Forst denkt man in anderen Dimensionen. Ein Menschenleben lang – das ist dort eine relativ kurze Zeitspanne. 50, 70 oder 100 Jahre, die betrachtet ein Förster mit Blick auf den Wald mit anderen Augen.

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Eichen etwa brauchen eine lange Zeit, um zu einem stattlichen Baum heranzuwachsen. Im Schnitt legen sie nur zwischen 40 bis 70 Millimeter im Jahr an Höhe zu. Bis an einer Eiche die ersten Eicheln wachsen, können gut 40 Jahre vergehen. Nennenswerte Eichelmengen tragen die Bäume aber erst ab einem Alter von 60 bis 80 Jahren.

Etwas schneller ist da die Fichte. Sie kann bis zu 600 Jahre alt werden, die sogenannte forstliche Umtriebszeit beträgt aber nur 80 bis 120 Jahre.

Entscheidungen, die der Gemeinderat im Zuge der Forsteinrichtung in einigen Monaten fällt, werden erst viel später wirksam. Auch kassenwirksam. Was heute gesät und gepflanzt wird, wird erst in Jahrzehnten geerntet. Dabei steht der Gemeinderat noch vor der Aufgabe, den Klimawandel in die Überlegungen mit einzubeziehen. Ein Punkt, der bei der letzten Forsteinrichtung keine große Rolle spielte. Der Klimawandel bedroht dabei nicht nur den Wald als Lebensraum und damit auch seine ganze Artenvielfalt, sondern außerdem seine Funktionen, wie beispielsweise Erholung, Klimaschutz, Bodenschutz oder die Nutzfunktion. Für den Rat gilt es also Entscheidungen zu treffen, die den Wald als Einnahmequelle für die Kommune erhalten. Das ist ein wichtiger Faktor. Auch wenn die Zeiten vorbei sind, war der Wald lange die „Bank“ einer Kommune.

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Die Entscheidung muss dem Wald aber auch eine Zukunft bieten – auf lange Sicht.

Redaktion Stellvertretender Redaktionsleiter Buchen, zuständig für Walldürn.