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Archivartikel

Es zählt zu den Merkwürdigkeiten der Spezies Mensch, dass diese so viel auf Rekorde gibt. Eindruck macht, was irgendwie übers normale (Mittel-)Maß hinausragt, und mögen die Rekorde noch so fragwürdig sein. Im darauf spezialisierten Guiness-Buch finden sich regelmäßig Beispiele dafür; im Fernsehen hatte das ProSieben-Format „Galileo Big Pictures“ diesen Schwerpunkt. Das slowenische Maribor, eigentlich malerisch schön, nicht nur gelegen, und stellenweise in seiner historischen Substanz prächtig restauriert, Europäische Kulturhauptstadt des Jahres 2012, macht auf markanten Autobahn-Hinweisen nicht vor allem darauf aufmerksam – sondern auf die mit angeblich 400 Jahren älteste Weinrebe der Welt. Ein literarischer Reiseführer erwähnt, dass der daraus gekelterte Wein nur besonderen Gästen kredenzt oder teuer verkauft werde, er schweigt sich aber aus über die Qualität des Getränks.

Da fällt eine Kuriosität ein, die sich vor langen Jahren im nordamerikanischen Niagara Falls zugetragen hat. Der Ort heißt so, weil er die, nun ja auch rekordverdächtigen Wasserfälle zu seiner nächsten Nachbarschaft hat. Wer damals aber eine Rundfahrt buchte, konnte nicht nur dieses eindrückliche Naturschauspiel erleben, sondern wurde zu einer weiteren rekordhaltigen Sehenswürdigkeit chauffiert. Man habe hier nicht nur Wasserfälle, hieß es. Der Ort nennt etwa auch die „größte Blumenuhr der Welt“ sein eigen.