Zeitzeichen

Anfänge

Archivartikel

Nun ist der Montag schon wieder gestern, und das könnte vor allem von jenen erleichtert zur Kenntnis genommen werden, die ihn als besonders schweren Tag empfunden haben. Vielleicht war ihr vorheriges Wochenende überaus schön gewesen und der Übergang zum gewöhnlichen Wochenanfang dann besonders zäh und schwierig – ein Wochenanfang im Quadrat oder hoch zwei sozusagen. Nachvollziehbare Gründe für ein großes Schwerfallen lassen sich gewiss finden. Ob es gar daran lag, dass der gestrige Montag der sogenannte Blue (also blaue oder auch bedrückende) Monday war? Jedenfalls hat uns an just diesem Tag eine E-Mail über den Sachverhalt unterrichtet. Demnach ist eben dieser Montag – überhaupt immer der dritte Montag im Januar – der (im Durchschnitt betrachtet) deprimierendste Tag des Jahres.

Eine kleine Recherche zum Stichwort ergab, dass der besonders schwierige Montag von einer Reisegesellschaft ins Gespräch gebracht wurde, nachdem diese durchschnittliche Wetterdaten einzelner Tage berechnet hatte. Dass einem (graues) Wetter aufs Gemüt schlagen kann, wurde dabei stillschweigend vorausgesetzt. Wenn man an diesem Tag den Vorsatz fasste, vom nächsten Urlaub nicht nur zu träumen, dann haben die Reiseveranstalter früher wie heute nichts dagegen. Dass es in unseren Breiten gestern zwar kalt, aber sonnig war, könnte den Träumen den Boden entziehen, muss es aber nicht. Zu träumen ist immer erlaubt. Und dies gilt auch für solche Zeitgenossen, die gestern frohen Mutes waren. Vorüber ist der Tag aber so oder so. Thomas Groß