Wirtschaftsmorgen

Mit Willenskraft ans Ziel

Probleme kennt er nicht. Höchstens Herausforderungen. Zumindest behauptet Wladimir Klitschko, mehrfacher Box-Weltmeister im Schwergewicht, das auf seiner Internetseite. Die Erfahrungen des früheren Profisportlers und heutigen Unternehmers will sich auch der Walldorfer Softwarekonzern SAP zunutze machen – und hat eine Kooperation mit Klitschko gestartet.

Nach Angaben eines SAP-Sprechers geht es vor allem darum, zwei Ansätze miteinander zu verbinden. Den ersten hat Wladimir Klitschko entwickelt: Sein Konzept „Challenge Management“, das er schon seit einiger Zeit vermarktet, soll Menschen helfen, berufliche oder persönliche Herausforderungen aktiv anzugehen und erfolgreich zu bewältigen.

Der zweite Ansatz kommt von SAP: Das sogenannte Design Thinking ist ein Konzept, um Probleme zu lösen und neue Ideen zu entwickeln. Ausgangspunkt ist dabei die Frage: Was braucht der Nutzer? „Die Entwickler versuchen also, sich so gut wie möglich in die Perspektive des Nutzers hineinzuversetzen, für den sie etwas entwickeln wollen“, erklärt der Unternehmenssprecher.

Der Design-Thinking-Ansatz setzt zudem stark auf Teams, in denen Mitarbeiter aus verschiedenen Disziplinen sitzen, und auf Arbeitsräume, in denen sich beispielsweise die Möbel beliebig verschieben lassen. So können sich Arbeitsgruppen spontan und immer wieder neu zusammensetzen. Durch die Zusammenarbeit von SAP und Klitschko soll der Design-Thinking-Ansatz um Elemente aus Klitschkos Challenge-Management erweitert werden. Eine der Kernthesen des früheren Box-Champions: Erfolgreich ist, wem es gelingt, Chancen zu erkennen, wo andere Menschen Hindernisse sehen. Um dahin zu kommen, empfiehlt Klitschko auf seiner Internetseite fünf Schritte:

n Ein möglichst konkretes Ziel setzen, das man erreichen will. Am besten gleich mit einem dazugehörigen Zeitrahmen. Etappenziele festlegen. Sich immer nur auf ein Ziel gleichzeitig konzentrieren.

n Sich fragen, was die persönlichen Konsequenzen sind, wenn man sich dem gewählten Ziel beziehungsweise der gewählten Herausforderung nicht stellt. „Versetzen Sie sich in diese Situation und spüren Sie, wie es sich anfühlt“, rät Klitschko. So könne man herausfinden, ob man das gesetzte Ziel wirklich will.

n Ein Bild davon entwickeln, wie es sein wird, wenn man das Ziel erreicht hat. Klitschko: „Denken Sie an dieses Bild, wenn Sie aufwachen und wenn Sie ins Bett gehen.“

n Weggefährten finden. Sich mit Menschen umgeben, von denen man lernen kann und die einem auf dem Weg zum Ziel unterstützen.

n „Werden Sie besessen von Ihrem Ziel“, sagt der frühere Box-Weltmeister. Man solle ein tägliches Ritual entwickeln, das einem immer wieder an das Zielbild erinnere.

Als ersten Schritt der Kooperation zwischen SAP und Klitschko hat der Walldorfer Softwarekonzern gerade einen Kurs auf openSAP veröffentlicht, der Elemente beider Ansätze verbindet. OpenSAP ist eine Lernplattform im Internet, auf der das Unternehmen kostenlose Online-Kurse anbietet. Weitere Kurse zu dem Thema sollen dort folgen. Zudem soll die Kombination beider Ansätze in den AppHäusern von SAP zum Einsatz kommen. Die SAP-AppHäuser – eines davon steht in Heidelberg – sind so etwas wie eine Innovationswerkstatt. In kreativer Umgebung arbeiten dort Software-Entwickler an neuen Produkten – teilweise gemeinsam mit den Kunden, für die sie gedacht sind.