Wirtschaft

Statistik Experten erwarten weiteren Aufschwung

Wirtschaft erholt sich langsam wieder

Wiesbaden/Mannheim.Nach Ansicht des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden verdichten sich die Anzeichen, dass es nach dem scharfen Wirtschaftseinbruch im zweiten Quartal durch die Folgen der Corona-Pandemie und der Erholung im Juli und August weiter aufwärts geht. „Viele Indikatoren sprechen für eine V-förmige Entwicklung“, sagt Albert Braakmann, Leiter der Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung. „In den Sommermonaten könnte sich die deutsche Wirtschaft wieder etwas erholen“, so Braakmann weiter.

Konkrete Wachstumsdaten für Juli und August nannten die Statistiker nicht. Auch eine Prognose für das dritte Quartal wollten sie nicht abgeben. Die von den Statistikern registrierte V-förmige Erholung der Wirtschaft sei zwar klar für viele Branchen erkennbar, sie verlaufe aber asymmetrisch: Es gehe nicht so schnell nach oben wie es nach unten gegangen sei. „Der Rückgang war abrupt, die Erholung erfolgt langsamer“, sagt Braakmann.

Mehr Aufträge

Wichtiger Indikator ist für die Statistiker der Lkw-Maut-Fahrleistungsindex. Er zeigt, wie die Lkw-Fahrten zunehmen. Nach einem Anstieg im Juli sei es im August mit 1,2 Prozent weiter aufwärts gegangen. Das habe sich in den ersten Septembertagen fortgesetzt.

Im zweiten Vierteljahr waren das Bruttoinlandsprodukt und damit der Wert aller produzierten Waren und Dienstleistungen um 9,7 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal eingebrochen. Es war der stärkste Rückgang in einem Quartal seit 1970. Braakmann verweist im Blick auf die weitere Entwicklung unter anderem auf die wieder steigende Produktion in der Automobil- und Chemie-Industrie, auch wenn sie weiter unter Vorkrisenniveau liege. Auch beim Auftragseingang gehe es wieder nach oben, etwa in der Automobilindustrie. Das Niveau liege aber über alle Branche hinweg immer noch gut acht Prozent unter den Vorkrisenzahlen von Februar.

Die Statistiker führen das auf die schwierige Lage in der Gastronomie und der Hotellerie zurück. Die Fluggastzahlen sehen noch immer schlecht aus. Auch wenn sich hier im Juli gegenüber Juni eine Verdreifachung auf 5,5 Millionen Passagiere gezeigt und sich die Entwicklung im August fortgesetzt habe, seien es 75 Prozent weniger als iim Vorjahr. Dem Export fehlen mehr als zwölf Prozent bis zum Vorkrisenniveau.

ZEW-Konjunkturindex steigt

Nach Mitteilung des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hellten sich die Konjunkturerwartungen der Finanzexperten im September überraschend auf. Der vom ZEW erhobene Indikator stieg um 5,9 Punkte auf 77,4 Zähler. „Dies zeigt, dass die Expertinnen und Experten weiterhin von einer spürbaren Erholung der deutschen Wirtschaft ausgehen“, kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach. „Die ins Stocken geratenen Brexit-Verhandlungen und die steigenden Corona-Infektionszahlen konnten die positive Stimmung nicht bremsen.“

Zum Thema