Wirtschaft

Bahntechnik Alstom kauft Bombardier-Zugsparte

Übernahme besiegelt

Paris/Mannheim.Der französische Zughersteller Alstom hat den Kaufvertrag für die Übernahme der Bombardier-Zugsparte unterzeichnet. Die Übernahme stelle für Alstom eine grundlegende Veränderung dar, erklärte Alstom-Chef Henri Poupart-Lafarge laut Mitteilung. Aufgrund der „aktuellen Situation“ geht Alstom nun von einem Kaufpreis von voraussichtlich 5,3 Milliarden Euro aus – die anfängliche Spanne der Transaktion lag zwischen 5,8 und 6,2 Milliarden Euro. Nachdem Brüssel im Juli grünes Licht für die geplante Fusion gegeben hatte, soll diese im ersten Quartal 2021 abgeschlossen werden.

IG Metall pocht auf Sicherheit

Bombardier hat einen großen Forschungs- und Entwicklungsstandort in Mannheim. Der Mannheimer IG Metall-Chef Thomas Hahl forderte Klarheit und Sicherheit für die Mitarbeiter. „Die deutschen Standorte dürfen nicht ins Hintertreffen geraten“, sagte er.

Die Übernahme ist brisant. Beide Unternehmen gehören zu den Weltmarktführern im Schienenfahrzeugbau. Alstom war erst wegen Bedenken der EU-Wettbewerbshüter mit dem Versuch gescheitert, mit der Zugsparte von Siemens zu fusionieren. Der Wettbewerb würde eingeschränkt, hieß es damals. Die Zugeständnisse der damaligen Partner hätten nicht ausgereicht. Schließlich machten Alstom und Bombardier Transportation so umfassende Angebote an die Brüsseler Wettbewerbshüter, dass diese Ja sagten.

So muss sich Bombardier Transportation von der Talent-3-Fernzugplattform trennen und eben auch von der Produktionsanlage für den Talent 3 in Hennigsdorf. Zudem will Bombardier seinen Projektanteil an der Kooperation für den Hochgeschwindigkeitszug V300Zefiro abgeben. Alstom soll die Coradia-Polyvalent-Fernzugplattform und die Produktionsanlage im französischen Reichshoffen veräußern.