Wirtschaft

Konjunktur Wirtschaft wächst im ersten Quartal um 0,4 Prozent / Ifo-Geschäftsklimaindex auf tiefstem Stand seit Ende 2014

Nach Wachstum droht neue Delle

Archivartikel

Wiesbaden.Nach einem schwungvollen Jahresauftakt zeichnet sich der nächste Rückschlag für die deutsche Wirtschaft ab. Im ersten Quartal 2019 stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent. Das Statistische Bundesamt bestätigte am Donnerstag erste Schätzungen. Nach Einschätzung von Ökonomen ist damit jedoch noch nicht die Trendwende erreicht – im Gegenteil. Im Mai trübten sich die Aussichten für Europas größte Volkswirtschaft deutlich ein. „Der deutschen Konjunktur fehlt es weiter an Schwung“, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft verschlechterte sich auch angesichts internationaler Handelskonflikte deutlich. Das Ifo-Geschäftsklima sank im Mai auf den tiefsten Stand seit Ende 2014. Bis auf den Bausektor trübte sich das Klima in allen betrachteten Bereichen ein. Das Ifo-Geschäftsklima wird aus der Befragung von etwa 9000 Unternehmen errechnet. Der Index gilt als guter Indikator für das künftige Wirtschaftswachstum.

„Insgesamt sind das keine guten Vorzeichen für das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal“, sagte Konjunkturexperte Michael Holstein von der DZ Bank. Vom Außenhandel seien derzeit keine Impulse zu erwarten. „Wenn sich die Stimmung in der Binnenwirtschaft weiter eintrübt, drohen die Antriebskräfte für die deutsche Konjunktur zu erlahmen.“ Nach Einschätzung von Commerzbank-Analyst Christoph Weil könnte die deutsche Wirtschaft im zweiten Vierteljahr sogar leicht schrumpfen.

Bereits im zweiten Halbjahr 2018 hatte die Konjunktur – belastet von internationalen Handelskonflikten und Problemen der Autoindustrie – einen Schwächeanfall erlitten. Zum Jahresende stagnierte die Wirtschaftsentwicklung, im dritten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt geschrumpft.

Verbraucher in Kauflaune

Im ersten Vierteljahr 2019 kamen die Wachstumsimpulse vor allem aus dem Inland. Die Verbraucher sind dank der historisch guten Lage auf dem Arbeitsmarkt und gestiegener Einkommen in Kauflaune. Die Konsumausgaben stiegen um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Ein ähnlich starkes Plus habe es zuletzt im Jahr 2011 gegeben, erklärte die Wiesbadener Behörde. dpa