Wirtschaft

Verkehr Starke Beeinträchtigungen zwischen Heidelberg und Bruchsal / Strecke vom 20. Juli bis 8. September dieses Jahres eingleisig

Bahn kündigt Großbaustelle in der Region an

Archivartikel

Heidelberg/Berlin.Bahnfahrer müssen sich in diesem Jahr auf eine Großbaustelle in der Metropolregion Rhein-Neckar einstellen. Auf der Strecke zwischen Heidelberg und Karlsruhe wird vorübergehend nur ein Gleis zur Verfügung stehen. Der Streckenausbau ist eines von zahlreichen Sanierungsprojekten in Deutschland, die Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla gestern in Berlin ankündigte. In Spitzenzeiten werde es 800 Baustellen gleichzeitig geben. Neben Instandhaltungsvorhaben würden allein rund 50 Neu- und Ausbauprojekte geplant oder umgesetzt.

Die Bauarbeiten auf dem Streckenabschnitt zwischen Heidelberg und Bruchsal sind vom 20. Juli bis 8. September angesetzt. Nachts muss die Strecke laut Bahn komplett gesperrt werden. Das hat unter anderem Auswirkungen auf den Fernverkehr in Richtung Karlsruhe, Stuttgart, Frankfurt und Mainz. Mit Zugausfällen müssen Reisende bereits im März auf der Strecke von Stuttgart nach München rechnen. Vom 23. bis 26. März kommt es wegen einer Weichenerneuerung zu einer Totalsperrung zwischen Stuttgart und Ulm.

„Immer besser im Griff“

In das Schienennetz und die Bahnhöfe fließt bundesweit die Rekordsumme von 10,7 Milliarden Euro, vergangenes Jahr waren es 9,4 Milliarden Euro gewesen. Der Anstieg geht zum Teil auch auf höhere Baupreise zurück. Den Großteil der Summe übernimmt der Bund. Das Milliardenprojekt Stuttgart 21 ist da noch nicht eingerechnet.

Einschränkungen für die Fahrgäste sollen möglichst gering gehalten werden. „Wir bekommen das Fahren und Bauen immer besser in den Griff“, sagte Pofalla. So würden mehr Bauleute eingesetzt, häufiger Hilfsbauwerke errichtet und mehr nachts gearbeitet – damit die Züge frühzeitig wieder rollen können.

Allerdings gibt es einige Großvorhaben, die die Fahrgäste sehr wohl spüren werden. Allen voran die Generalüberholung der ersten, rund 30 Jahre alten Schnellfahrstrecken. Sie beginnt 2019 mit dem Abschnitt Hannover-Göttingen, wo von Juni bis Dezember gebaut wird.

Folge: Totalsperrung, Umleitung, Zugausfälle. Zwischen Hamburg und Frankfurt, Berlin und Frankfurt sowie Hamburg und München brauchen die Züge dann 30 bis 45 Minuten länger – sofern alles läuft wie geplant. Und die Züge werden voraussichtlich auch voller sein, weil weniger fahren als üblich. Die Nord-Süd-Strecke ist eine der wichtigsten Routen im Netz: 15,5 Millionen Fahrgäste fahren pro Jahr mit ICE und Intercity zwischen Hannover und Würzburg. Bis Ende 2023 soll die gesamte Strecke saniert sein. Unter anderem können von Ende Oktober bis Mitte Dezember Züge mehrerer ICE-Linien nicht am Frankfurter Flughafen halten, weil S-Bahn-Züge über den Fernbahnhof umgeleitet werden. dpa