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Juliane Kokott Einfluss auf Richter

Auf sie hören Europas höchste Richter: Juliane Kokott (61) stammt aus Frankfurt, studierte Jura in Bonn und Genf. Die verheiratete Mutter von sechs Kindern ging 2003 als dritte Frau in der Geschichte zum Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg und wurde dort Generalanwältin. Ihre Aufgabe: Sie bereitet in den Verfahren die späteren Urteile durch ein Gutachten vor, in dem sie die anstehende Frage aus Sicht des EU-Rechts beurteilt und Empfehlungen gibt. In den meisten Fällen folgen die Richter den Vorschlägen der Generalanwälte. Die Juristin war an vielen Stationen tätig: Bundesverfassungsgericht, Max-Planck-Institut für öffentliches Recht und an den Universitäten Mannheim, Düsseldorf und Augsburg. Erst vor wenigen Wochen sorgte sie mit ihrem Gutachten zu den Feinstaub-Grenzwerten für Aufsehen. Sie empfahl, die festgelegten Grenzwert streng auszulegen. Die Daten der Messstationen sollten keineswegs Durchschnittsbelastungen errechnen, sondern die konkrete Verunreinigung erfassen. Eine Frau mit Einfluss.