Vermischtes

Wetter Ausnahmezustand in Alpen hält an / Bundeskanzlerin Merkel will Einsatzkräfte aufstocken

Schnee ohne Ende – Regierung sagt Hilfe zu

München.Wenn mehrere Meter Schnee auf Straßen und Dächern lasten, helfen ein, zwei Tage Pause nicht viel. Obwohl gestern deutlich weniger Flocken fielen, hält der Ausnahmezustand im Alpenraum an. Tausende Helfer schaufeln am Limit. Die Bundesregierung schaltet sich ein.

Festgefahrener Verkehr: Flugzeuge bleiben am Boden, Züge und Autos können nicht fahren. Gestern wurden an den Flughäfen München und Frankfurt jeweils rund 100 Flüge gestrichen. Auch der Bahnverkehr blieb auf vielen Strecken Bayerns unterbrochen. In Österreich brachte das Bundesheer eine große Schülergruppe aus dem Ruhrgebiet mit zwei Hubschraubern von einer Alm in Sicherheit. Spaziergänger und Sportler durften in Sachsen mehrere Waldgebiete nicht betreten. In der Nacht zuvor mussten auf der Autobahn 8 in der Nähe des Chiemsees zahlreiche Menschen mehrere Stunden bei starkem Schneefall in ihren Autos ausharren. Schneeglätte und ein querstehender Lastwagen brachten den Verkehr zeitweise komplett zum Stillstand.

Helfer unter Hochdruck: In fünf bayerischen Landkreisen gilt mittlerweile der Katastrophenfall. Bundeswehr, Technisches Hilfswerk, Bundespolizei und örtliche Einsatzkräfte versuchen vor allem, die Schneemassen auf den Dächern zu bewältigen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ gestern zusichern, dass die Zahl der Einsatzkräfte notfalls aufgestockt werden könne. „Die Kanzlerin wie auch die gesamte Bundesregierung dankt allen Helferinnen und Helfern in den von den heftigen Schneefällen betroffenen Gebieten für ihren Einsatz“, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will die verschneiten Regionen heute besuchen.

Trauer um die Opfer: Merkel drückte ihre Trauer über den Tod eines Neunjährigen aus, der am Donnerstag in der Nähe von München von einem umstürzenden Baum erschlagen wurde. Rettungskräfte versuchten vergeblich, das Kind wiederzubeleben. In Österreich starben seit dem Wochenende mindestens sieben Menschen im Schnee.

Drohende Lawinen: Nachdem am Donnerstag in der Schweiz an der Schwägalp am Säntis eine Lawine in ein Hotelrestaurant rollte und mehrere Menschen verletzte, ist die Lawinengefahr in weiten Teilen der bayerischen Alpen Experten zufolge gesunken. Für gestern stufte der Lawinenwarndienst Bayern in München die Gefahr nur noch für die Berchtesgadener Alpen als groß (Stufe 4) ein, das ist die zweithöchste von fünf Gefahrenstufen. Für den übrigen Alpenraum gelte Warnstufe 3. Auch in weiten Teilen Österreichs ging die Lawinengefahr leicht zurück. In den am stärksten vom enormen Schneefall betroffenen Gebieten galt gestern meist die zweithöchste Warnstufe 4, wie die Warndienste mitteilten. Am Donnerstag war vielerorts noch die höchste Lawinenwarnstufe 5 in Kraft gewesen.

Schülerfreie Schulen: In vielen Landkreisen in Oberbayern und Schwaben heißt es seit Tagen: schneefrei. Zu gefährlich sei der Schulweg für die Kinder und Jugendlichen, so die Behörden. An etlichen Schulen fällt auch zu Beginn der neuen Woche der Unterricht aus.

Keine Entwarnung in Sicht: In der Nacht zu morgen komme eine sehr komplexe Wetterlage auf Bayern zu, sagte gestern der Leiter der Regionalen Wetterberatung München des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Guido Wolz. Große Tiefausläufer bringen kräftigen Schneefall in den Alpenraum und den Bayerischen Wald. Derzeit liegen in Höhen von 1500 Metern zwischen anderthalb bis zweieinhalb Metern Schnee. Morgen könne die Schneefallgrenze auf 1200 Meter steigen. Während Sachsen in den Mittelgebirgen zusätzliche 20 Zentimeter Neuschnee erwartet, könnte in den höheren Lagen in Bayern stellenweise mehr als ein Meter Schnee hinzukommen. „Das mag man sich nicht ausmalen, was da noch alles passieren kann“, sagte der DWD-Experte Wolz. dpa

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/vermischtes

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