Vermischtes

Gesundheit Krankenkasse DAK veröffentlicht Studie / Bildungsniveau beeinflusst Nachwuchs

Schlaue Eltern, fittere Kinder

Archivartikel

Berlin.Das Bildungsniveau von Eltern beeinflusst die Gesundheit von Kindern einer Untersuchung zufolge erheblich. Nachwuchs von Eltern ohne Bildungsabschluss bekommt zum Beispiel mehr Medikamente verschrieben und muss öfter ins Krankenhaus als der von besser gebildeten Eltern. Das geht aus dem ersten Kinder- und Jugendreport der Krankenkasse DAK-Gesundheit hervor, der gestern in Berlin vorgestellt wurde. Die Bildung spiele insbesondere bei Karies und Fettleibigkeit eine Rolle, erklärte der Gesundheitsökonom Wolfgang Greiner von der Universität Bielefeld, Mitautor des Reports.

Karies sei bei Kindern von Eltern ohne Abschluss fast dreimal und Adipositas zweieinhalb mal häufiger als bei Akademikerkindern. Weniger stark, aber immer noch deutlich fällt der Unterschied bei Entwicklungs- und Verhaltensstörungen aus. Die DAK-Daten zeigten, dass sich Kindergesundheit mehr mit Bildungspolitik fördern lasse als mit Maßnahmen, die auf höhere Einkommen abzielten, so Greiner. Der Report basiert auf Abrechnungsdaten von knapp 590 000 Kindern und Jugendlichen sowie rund 430 000 Eltern, die bei der DAK versichert sind. Ausgewertet wurde das Jahr 2016.

Insgesamt hat laut DAK-Report etwa jedes vierte Kind in Deutschland eine potenziell chronisch verlaufende Krankheit wie Neurodermitis oder Asthma. Jedes zehnte Kind hat mit psychischen Erkrankungen wie ADHS oder Schulangst zu kämpfen. Wenig überrascht von den Ergebnissen zeigte sich der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach. „Wir schleppen das Thema seit zehn, fünfzehn Jahren mit uns rum“, sagte er. An Bildung arme und materiell arme Eltern hätten oft kein Gesundheitsbewusstsein. In diesen Familien seien andere Probleme wichtiger. dpa