Vermischtes

Leibniz-Preis Michèle Tertilt aus Mannheim und Hans-Reimer Rodewald aus Heidelberg hocherfreut

Je 2,5 Millionen Euro an ausgezeichnete Forscher

Mannheim/Heidelberg/Bonn.Anerkennung sind die Wirtschaftswissenschaftlerin Michèle Tertilt von der Universität Mannheim sowie der Immunologe Hans-Reimer Rodewald vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg bereits gewohnt. Dass sie aber nun eine so bedeutende und hoch dotierte Auszeichnung wie den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erhalten, sorgte dann doch für großes Erstaunen.

Tertilt fühlte sich „sehr geehrt“ und sprach von „einer tollen Überraschung“, in die Runde der Leibnizpreisträger aufgenommen worden zu sein. Der Preis sei nicht nur eine „große Auszeichnung“, sondern das damit verbundene Preisgeld – stolze 2,5 Millionen Euro pro Preisträger – eröffne ihr auch „ganz neue Möglichkeiten für die Forschung“. Komplett sei es natürlich noch nicht verplant. Doch könnte etwa zeitweise eine Vertretungsprofessur eingerichtet werden, so dass „ich mich voll auf die Forschung konzentrieren kann“. Aber sicher würden mit dem Geld auch viele Workshops und Konferenzen in Mannheim organisiert werden können. Auf diese Weise wird auch die Universität davon profitieren.

Tertilt (Jahrgang 1972) erhält die Auszeichnung für ihre Arbeiten an der Schnittstelle von Makro-, Entwicklungs- und Familienökonomie. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Einfluss von Geschlechterrollen und Familienstrukturen auf wirtschaftliches Wachstum.

Für den Immunologen Hans-Reimer Rodewald vom DKFZ in Heidelberg ist der Leibnizpreis eine außerordentliche Anerkennung, die auch sein ganzes Team bekommen habe. „Ich konnte es zuerst kaum glauben, dass ich dieses Jahr zu den Preisträgern zähle, und freue mich unglaublich“, sagte Rodewald. Damit würdige die Deutsche Forschungsgemeinschaft die immunologische Grundlagenforschung. Er wünsche sich, dass dieser Preis Ansporn und Anregung für junge Nachwuchswissenschaftler sei, sich mit Geduld und Ausdauer neuen Forschungsgebieten zu widmen, so Rodewald.

Zellen im Organismus verfolgt

Der 60-Jährige gehört seit Jahren zu den führenden Immunologen weltweit. Seine Forschung dreht sich um die Frage, wie sich die verschiedenen Arten von Immunzellen aus Stammzellen entwickeln und zusammen ein funktionsfähiges Abwehrsystem bilden, erläutert das DKFZ. Rodewald war es zuletzt sogar gelungen, Zellen des Immunsystems mit einer Art Barcode auszustatten. So lässt sich der Weg der Zellen im lebenden Organismus verfolgen.

Seit langem schon beeindrucke er die Fachwelt mit seinen wegweisenden Ergebnissen, die zu einem besseren Verständnis des körpereigenen Abwehrsystems beitragen, sagte DKFZ-Chef Michael Baumann. „Mit seiner exzellenten und methodisch innovativen Erforschung der Grundlagen der Immunabwehr ebnet er darüber hinaus der Entwicklung und Verbesserung von Immuntherapien gegen Krebs den Weg“, würdigt der Vorstandsvorsitzende des DKFZ die Auszeichnung.