Vermischtes

Polizeieinsatz Motiv des 40-jährigen Täters gibt Rätsel auf – er wäre am 10. November entlassen worden

Häftling bei Geiselbefreiung erschossen

Münster.Er wirkte unberechenbar und drohte den Tod seiner Geisel an: Bei einem Polizeieinsatz im Gefängnis in Münster haben Spezialkräfte der Polizei am Freitag einen Häftling erschossen. Dem gewaltsamen Zugriff gingen Verhandlungen über mehrere Stunden voraus. Ausgelöst wurde der Alarm um 6.20 Uhr. Genau drei Stunden später war der Mann tot, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Presseerklärung am Mittag erklärten. Der Häftling habe einen Hubschrauber haben wollen, um zu fliehen. In drei Wochen wäre er ohnehin freigelassen worden.

Der 40-Jährige hatte in den frühen Morgenstunden eine 29 Jahre alte Auszubildende überwältigt. Wie es von der Polizei hieß, bedrohte er sie außerhalb der Zelle mit einem aus einer „Rasierklinge gefertigten gefährlichen Gegenstand“. Spezialisten der Polizei versuchten, mit dem Mann zu verhandeln. Dies gelang aber trotz „intensiver Kommunikationsversuche“ nicht, wie es am Freitag hieß. Immer wieder habe der Häftling seiner Geisel die Klinge an den Hals gehalten und gedroht, sie zu töten. Seine Forderung: Ein Hubschrauber. Weil Mann einen psychisch unberechenbaren Eindruck machte, setzten die SEK-Beamten nach rund drei Stunden bei der Befreiung der Geisel eine Schusswaffe ein. Der Täter starb noch vor Ort. Aus Neutralitätsgründen hat die Dortmunder Polizei jetzt die Ermittlungen zu diesem Schusswaffeneinsatz übernommen. Der Deutsche saß eine viermonatige Haftstrafe wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ab. dpa

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