Vermischtes

Wetter Im Südwesten stockt der Verkehr auf der A 8 und A 9 / Viele Orte Bayerns abgeschnitten

Autofahrer stehen stundenlang in Staus

Berlin.Züge fahren nicht, Lastwagenfahrer stehen über Nacht im Stau, Dörfer sind von der Außenwelt abgeschnitten – das Winterwetter bedeutet vielerorts den Ausnahmezustand.

Bayern: Nach den starken Schneefällen gilt auch im Landkreis Traunstein (Oberbayern) der Katastrophenfall. Die bayerischen Behörden hatten diesen bereits für die Landkreise Miesbach und Berchtesgadener Land ausgerufen. In diesen Regionen fallen durch das Wetter auch viele Züge aus. In Aying bei München wurde ein neunjähriger Junge von einem umstürzenden Baum erschlagen. Die Polizei ging davon aus, dass der Baum unter der Schneelast zusammengebrochen war. Rund um Berchtesgaden sind immer mehr Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Die Orte Vorderbrand und Ettenberg seien nicht mehr erreichbar, teilte das Landratsamt mit. Eine Notversorgung der Bewohner sei eingerichtet worden, hieß es. Zuvor waren schon die Straßen zur Siedlung Buchenhöhe in Berchtesgaden und zur Gemeinde Jachenau zugeschneit worden.

Österreich: Das Schneechaos in Österreich hat vielerorts zu großen Problemen bei der Stromversorgung geführt. Tausende Haushalte in den stark betroffenen Gebieten waren gestern zeitweise ohne Strom. Allein im österreichischen Bundesland Tirol waren es rund 1600 Haushalte, in Salzburg meldete das Land mehr als 1200 stromlose Haushalte. Zu vielen Orten waren die Zufahrtsstraßen wegen Lawinengefahr gesperrt. Dadurch sitzen immer mehr Touristen fest. So sind die Vorarlberger Orte Obertauern, Lech, Zürs und Hallstatt nicht zu erreichen. Entwarnung gab es nicht: Meteorologen erwarten in Österreich weitere Schneemassen.

Hundwil: Eine Lawine hat in der Ostschweiz mindestens drei Menschen verletzt. Der Schnee verschüttete mehrere Fahrzeuge und drang bis in ein Hotelrestaurant ein. Gestern Abend lief noch die Suche nach möglichen Verschütteten.

Allgäu: Polizisten retteten in Kaufbeuren (Bayern) einen frierenden Säugling vor dem Schnee und hielten ihn mit einer Uniformjacke warm. Passanten hatten die hilflose Mutter des Kindes betrunken im Schnee neben einem Gehweg entdeckt, die Frau hielt ihr nur unzureichend bekleidetes Baby im Arm.

Hermsdorf: Auf der A 9 in Thüringen kam es in der Nacht zu gestern zu einem zeitweise rund 50 Kilometer langen Stau. Die Fahrer Dutzender Lastwagen mussten die Nacht in ihren Fahrzeugen auf der Autobahn verbringen. Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks und des Deutschen Roten Kreuzes verteilten Decken und heiße Getränke. Der Stau löste sich gestern auch deshalb nur zögerlich auf, weil viele Fahrer erst hatten geweckt werden müssen.

Ulm: Auch auf der A 8 saßen in der Nacht zu gestern Hunderte Lastwagen- und Autofahrer wegen Schneefalls und Glätte fest. Der Verkehr sei dadurch zwischen Ulm und Nellingen in Baden-Württemberg auf einer Länge von etwa 35 Kilometern zum Erliegen gekommen. Bei Dornstadt im Alb-Donau-Kreis starb eine 54-Jährige. Sie stand Polizeiangaben zufolge in dem Stau auf der A 8 und saß allein in ihrem Fahrzeug. Die Todesursache werde geklärt, sagte ein Polizeisprecher. Ob die Leiche obduziert werde, sei noch nicht entschieden, sagte der Sprecher. Zudem seien die Hintergründe des Unglücks, zum Beispiel wie lange die Frau im Stau stand, noch unklar.

Chemnitz: In der sächsischen Stadt Chemnitz finden bis einschließlich 14. Januar aus Sicherheitsgründen keine Beerdigungen auf dem städtischen Friedhof statt. Alle bis Montag geplanten Beisetzungen wurden abgesagt. Wegen der hohen Schneebruchgefahr bleibe der Friedhof vorerst geschlossen. dpa

Info: Prognosen für die Region unter morgenweb.de/wetter