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Umwelt UN-Ozeanbeauftragter appelliert an Regierungen

„2020 entscheidend für Meeresschutz“

Davos/New York.Beim Kampf um intakte Ozeane ist das Jahr 2020 laut des UN-Ozeanbeauftragten Peter Thomson entscheidend. „Wenn das Jahr endet, und wir keine Ergebnisse haben, sind wir in großen Schwierigkeiten“, sagte Thomson. „Wir brauchen viel mehr Aufmerksamkeit für die Meere. Es hängt alles miteinander zusammen: Ozeane, Biodiversität, Klima – das ist eine Sache“, betonte er. „Bisher haben Regierungen und Menschen immer die Meere und die Umwelt ans Ende der Prioritätenliste gesetzt. Sie haben Sicherheit und Nahrung den Vorrang gegeben.“ Das müsse sich sofort ändern.

Gesetzte Ziele bisher verfehlt

Die Menschen verstünden nicht, wie schlimm der Verlust von Sauerstoff für das Leben in Ozeanen sei. „Das wird immer schlimmer“, sagte Thomson. Hinzu komme die Versauerung der Meere durch Kohlenstoffdioxid (CO2), der sich im Ozean auflöst. „Die Meere sind immer saurer geworden, seit die Industrialisierung begonnen hat, das macht es sehr schwer für Muscheln und Wirbeltiere zu existieren.“ Ein weiteres Problem sei die Meereserwärmung, die die Gefahr durch Tropenstürme erhöhe. So würden Zyklone in seiner Heimat Fidschi immer mehr zum Problem: „Die zunehmende Wildheit und Unberechenbarkeit dieser Stürme ist einfach nur verheerend.“

Der Experte räumte ein, dass viele der Aichi-Ziele – diese wurden 2010 in Nagoya (Präfektur Aichi, Japan) bei der Verabschiedung des Nagoya-Protokolls formuliert– für den weltweiten Artenschutz verfehlt worden seien. Sie sehen etwa vor, dass bis 2020 die Verlustrate an natürlichen Lebensräumen mindestens halbiert, die Überfischung der Weltmeere gestoppt sowie 17 Prozent der Landfläche und zehn Prozent der Meere unter Schutz gestellt werden.

Tatsächlich seien viele Probleme noch nicht ausreichend bekannt, so Thomson. Deshalb hätten die Vereinten Nationen eine Dekade der Meereswissenschaften ausgerufen. Auf der UN-Ozeankonferenz in Lissabon vom 2. bis 6. Juni müssten neue Verpflichtungen beschlossen werden, die dann auf der UN-Biodiversitätskonferenz im chinesischen Kunming (15. bis 28. Oktober) sowie auf der Klimakonferenz in Glasgow (9. bis 20. November) bestätigt werden müssten: „Wir müssen sicherstellen, dass die Bereiche Ozeane, Biodiversität, Klima nicht einzeln behandelt werden, sondern dass es einen gemeinsamen Feind gibt, die Treibhausgase.“ dpa/her

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