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EU Konservative und Sozialdemokraten sind auf kleinere Partner angewiesen

Volksparteien erleiden eine heftige Schlappe

Archivartikel

Brüssel/Berlin.Union und SPD erleben bei der Europawahl ein Desaster und verlieren Millionen Wähler an die Grünen. Die Ökopartei verdrängt bundesweit die SPD vom zweiten Platz, die große Koalition unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kommt damit in Bedrängnis.

SPD und Union haben bei einer bundesweiten Wahl noch nie so schlecht abgeschnitten, weder bei einer Europa- noch einer Bundestagswahl. Für das ohnehin fragile Bündnis in Berlin bedeutet das erneut eine schwere Belastung. Auch europaweit verlieren Christdemokraten und Sozialdemokraten. Nationalisten und Populisten legen zu, für einen Rechtsruck reicht es nicht.

In Europa insgesamt wird das Politikmachen jedoch schwieriger. Nach schweren Verlusten haben Christ- und Sozialdemokraten zusammen keine Mehrheit mehr im Europaparlament und brauchen Partner. Deutliche Zugewinne verbuchen nach ersten Trends Liberale und Grüne. Im 751 Abgeordnete umfassenden EU-Parlament verteilen sich die Sitze demnach so: christdemokratische EVP 174 (minus 43), Sozialdemokraten 147 (minus 38), Liberale 102, wenn die Partei des französischen Präsidenten Emmanuel Macron mitgezählt wird (plus 33), Grüne 71 (plus 19), Linke 42 (minus 5), die bisher drei rechtspopulistischen und nationalistischen Fraktionen zusammen 171 Sitze (plus 16). Die Fraktionen könnten sich aber noch neu sortieren. dpa

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