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Corona Bundeskanzlerin Merkel und Mannheims Oberbürgermeister Kurz rufen zu verantwortungsvollem Verhalten auf

Politik appelliert an Bürger: Soziale Kontakte einschränken

Berlin/Mannheim.Soziale Kontakte beschränken, weniger Feiern, keine Urlaubsreisen: Um eine unkontrollierte Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Bürger eindringlich um Mithilfe gebeten. Es zähle jetzt jeder Tag, sagte Merkel in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. In anderen EU-Ländern wurden Regeln zum Teil drastisch verschärft. So gilt in Paris und anderen französischen Metropolen angesichts steigender Infektionszahlen seit dem Wochenende eine nächtliche Ausgangssperre.

Auch der Mannheimer Oberbürgermeister, Peter Kurz, hat die Bevölkerung per Videobotschaft im sozialen Netzwerk Facebook dazu aufgerufen, Sozialkontakte zu halbieren und sich bei nahen Begegnungen zu schützen. Er appelliert daran, dass die Mannheimer die geltenden Regeln nicht ausreizen, sondern persönlich verantwortungsvoll handeln. In Mannheim gab es am Sonntag 20 Neuinfektionen.

Bundespräsident in Quarantäne

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Sonntag 5587 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages in Deutschland, eine Woche zuvor waren es 3483 neue Fälle. An Sonntagen und Montagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier begab sich in Quarantäne, nachdem einer seiner Personenschützer positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Ein erster Test bei Steinmeier fiel negativ aus, wie eine Sprecherin des Bundespräsidialamtes mitteilte.

Dieses Ergebnis eines Schnelltests wurde dann durch einen sogenannten PCR-Test validiert – am Sonntag lag auch in diesem Verfahren ein negatives Ergebnis vor, wie die Sprecherin sagte. PCR-Tests sind genauer als Schnelltests. Steinmeier bleibe in Selbstquarantäne, in den kommenden Tagen soll er erneut getestet werden.

Telefonische Krankschreibung

Wegen der verschärften Corona-Lage sind von Montag an wieder bundesweit telefonische Krankschreibungen bei Erkältungsbeschwerden möglich. Die Regelung gilt vorerst bis zum Jahresende – das hatte der Gemeinsame Bundesausschuss im Gesundheitswesen am Donnerstag beschlossen. Patienten mit leichten Atemwegserkrankungen müssen somit nicht in eine Praxis gehen, nur um eine Krankschreibung zu bekommen. Stattdessen können Ärzte die Arbeitsunfähigkeit per telefonischer Befragung feststellen. So sollen volle Wartezimmer und Ansteckungsrisiken vermieden werden. Die entsprechenden Krankschreibungen gibt es jeweils für sieben Tage. Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung kann telefonisch für weitere sieben Kalendertage ausgestellt werden.

Zudem soll im Laufe des Montags eine neue Version der deutschen Corona-Warn-App verfügbar sein. dpa

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