SV Sandhausen

Fußball Sandhausen holt mit bester Saisonleistung beim 0:0 gegen Union Berlin den ersten Punkt, aber der Trainer trauert den Gelegenheiten zum Sieg nach

Kocak ärgert sich über Chancenwucher

Archivartikel

Sandhausen.Der SV Sandhausen hat endlich den ersten Punkt der Saison geholt. Am vierten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga trennte sich die deutlich verbesserte Elf vom Hardtwald 0:0 vom 1. FC Union Berlin und war dabei insgesamt gesehen sogar die bessere Mannschaft, belohnte sich aber nicht mit einem mehrfach möglichen Tor für die Leidenschaft und den Einsatz. „Heute war es – auch konstant über 90 Minuten gesehen – mit Abstand unsere beste Saisonleistung,“ zeigte sich Kapitän Denis Linsmayer zwar zufrieden mit der engagierten Heimleistung, haderte aber damit, dass sich „der extrem hohe Aufwand“ nicht durch drei Punkte ausgezahlt hatte.

Trainer Kenan Kocak hatte in seiner Grundaufstellung erst einmal auf Stabilität und taktische Disziplin gesetzt, um Union mit seiner individuellen Qualität und seiner ausgereiften Spielorganisation nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Sandhausen begann mit einer Dreierkette, in die Neuzugang Jesper Verlaat links neben Markus Karl und Tim Kister rückte und eine ordentliche Vorstellung zeigte. Der zweite Neue gegenüber der Startaufstellung im Bochum-Spiel war Max Jansen im zentralen Mittelfeld, der seine Nominierung durch eine gute Leistung bestätigte. Felix Müller rutschte erstmal auf die Bank, Erik Zenga wurde gar nicht berücksichtigt.

Försters starkes Solo

Mit dieser Formation hatte Kocak offensichtlich die richtige Wahl getroffen, denn der SVS legte eine starke erste Hälfte hin – belohnte sich aber schon da nicht mit einem Tor. Die beste Gelegenheit hatte Kevin Behrens, der nach einem Solo von Philipp Förster frei vor Berlins Torwart Gikiewicz auftauchte und aus kurzer Distanz scheiterte (32.). Und bereits in der 17. Minute war SVS-Stürmer Fabian Schleusener von Florian Hübner in Strafraum gebremst worden, dem Schiedsrichter war der Check des Ex-Sandhäusers wohl nicht elfmeterwürdig genug. Schleusener hätte aber auch früher abschließen können. „Wir haben zwei 100-prozentige Chancen, die wir machen müssen – und nicht machen“, ärgerte sich Trainer Kocak.

Er war aber insgesamt zufrieden, die Gastgeber gegen die bislang ungeschlagenen „Eisernen“ bis auf zwei, drei Unachtsamkeiten defensiv gut standen und die Räume geschickt zustellten: „Wir haben fast nichts zugelassen“, freute sich auch Kapitän Linsmayer. Erst in der 63. Minuten kamen die Berliner zu ihrer ersten richtigen Chance durch die Hoffenheimer Leihgabe Robert Zulj, dessen Schuss für Torhüter Niklas Lomb aber kein Problem darstellte. Die größte Chance der Partie vergab aber Grischa Prömel, der den Ball nach einem Fehler von Verlaat im Fünfmeterraum übers Tor drosch (81.). Doch die Sandhäuser agierten weiter mit Leidenschaft, kämpften um jeden Ball, spielten weiter mutig nach vorne, die alles entscheidende Torszene sprang aber nicht mehr heraus.