Südzucker

Zuckerrüben Trockenheit führt zu geringeren Erntemengen / Mannheimer Konzern stellt sich auf kürzere Verarbeitungszeit ein

Südzucker hofft noch auf etwas Regen

Archivartikel

Mannheim.Die lang anhaltende Trockenheit des Sommers macht den Zuckerrübenbauern zu schaffen. Spüren wird das voraussichtlich auch der Mannheimer Südzucker-Konzern, Europas größter Zuckerproduzent. Die sogenannte Rübenkampagne, bei der in den Zuckerfabriken die Rüben verarbeitet werden, werde konzernweit wohl kürzer ausfallen als im Vorjahr, sagte ein Unternehmenssprecher gestern. Das hätten erste Gespräche mit den Anbau-Verbänden ergeben. Zuvor hatte Konkurrent Nordzucker, Europas Nummer 2, eine unterdurchschnittliche Ernte für 2018 in Aussicht gestellt und hierfür ebenfalls den fehlenden Regen des Sommers als Grund angeführt.

Späterer Start als 2017

In mehreren der 29 europäischen Werke, die zu Südzucker gehören, werde die Kampagne zudem später starten als im Vorjahr, sagte der Sprecher weiter. So auch in den nahen Werken Offstein und Offenau. Hier werde man wohl gut eine Woche hinter dem Termin von 2017 liegen. Die Zuckerrüben sollten noch möglichst lange von den erhofften Niederschlägen der kommenden Wochen profitieren. „Die Rüben können noch aufholen.“

Der Sprecher begründete den Rückgang allerdings auch damit, dass im Vorjahr nahezu optimale Wachstums- und Erntebedingungen geherrscht hätten. Damals hatte die Kampagne konzernweit 133 Tage betragen. Um wie viel kürzer sie in diesem Jahr ausfallen könnte, wollte der Sprecher nicht spekulieren. Man sei noch dabei, Entwürfe zu entwickeln. Er verwies außerdem darauf, dass man die Trockenheit sehr unterschiedlich erlebt habe. „Je nach Region und Witterung werden die erwarteten Einbußen stark differieren.“ So habe die Dürre im Norden und Osten Deutschlands sehr große Auswirkungen gehabt, die südlichen Anbaugebiete seien dagegen weniger betroffen.

Dass die niedrigeren Erntemengen den am Boden liegenden Preisen für Zucker wieder etwas aufhelfen könnten, wagt der Sprecher übrigens kaum zu hoffen. „Die Auswirkungen hängen von zu vielen Faktoren ab und sind nur schwer abschätzbar.“ Eine große Rolle spielten etwa die Verhältnisse auf dem Weltmarkt.

Seit dem Wegfall der europäischen Zuckermarktordnung 2017 leidet Südzucker – wie andere Produzenten auch – unter einem Verfall der Preise. Für das laufende Geschäftsjahr 2018/19 erwarten die Mannheimer in ihrem Zucker-Segment einen „deutlichen Umsatzrückgang“. Hauptaktionär von Südzucker sind – über eine Genossenschaft – Rübenanbauer. Sie halten etwa 56 Prozent der Anteile.