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Darts Weltranglistenerster Michael van Gerwen siegt bei Grand Prix in Mannheim / Sonderlob für Turnier-Überraschung Rob Cross

"Mighty Mike" zieht "The Voltage" den Stecker

Archivartikel

Mannheim.Amtierender Weltmeister, Weltranglistenerster und Sieger der Premieren-Veranstaltung der Professional Darts Corporation (PDC) in Mannheim - Michael van Gerwen wirft sich weiter von Titel zu Titel. Es ist bereits sein fünfter Erfolg auf der aktuellen European-Tour und sein 14. Triumph im laufenden Kalenderjahr. In der Maimarkthalle legte das Darts-Ass mit dem Spitznamen "Mighty Mike" zudem noch ein Tempo vor, welches einem Sprinter gleich kommt.

Seine Statur lässt zwar in ihm keinen Leichtathleten erahnen, doch die Performance des Niederländers auf der Bühne war meisterlich und im Eiltempo. Beinahe im Vorbeigehen schaltete er zum Auftakt in Runde zwei den Briten Richard North mit 6:0 aus. Im Achtelfinale gegen Gerwyn Price triumphierte er 6:2. Landsmann Jelle Klassen kassierte ein 1:6. Das Halbfinale gegen den Australier Simon Whitlock dauerte nur elf Minuten, ehe van Gerwen seinen zweiten "Whitwash" des Turniers auspackte - 0:6. Lediglich drei Legs gab er bis zum Endspiel ab.

Turnier-Überraschung Rob Cross hatte es da schon schwerer, ins Finale gegen die Nummer eins der Welt zu kommen. Der Brite wirkte auf der Bühne bereits wie ein alter Hase und das in seinem ersten Jahr auf der European-Tour. Auf Rang 14 gesetzt, startete Rob Cross ins Turnier. Über die Stationen Jan Dekker (6:3), Mensur Suljovic (6:2), Ian White (6:2) und Benito van de Pas (6:3) ebnete er sich den Weg ins Endspiel. "Er hat ein super Turnier gespielt. Jetzt hoffe ich, dass er sich auch dafür belohnt und den Titel holt", sagte Darts-Fan Michael Stephan kurz vor Beginn des Finals.

Das Gros der Maimarkthalle hatte der 26-jährige Brite auf seiner Seite. Immer wieder schallten "Robby Cross, Robby, Robby Cross"-Sprechchöre durch das Rund. Und er schaffte einen Traumstart ins Match. Jeder Wurf in ein Triple-20-Feld wurde seitens des Publikums mit tosendem Beifall honoriert. Cross, der eine unglaubliche Ruhe ausstrahlte und sich immer wieder Zeit nahm, um das rasante Spiel von van Gerwen zu verlangsamen, führte zwischenzeitlich mit 3:2, checkte dabei ein High-Finish von 111 Punkten. Aber der Weltranglistenerste war zur Stelle und nutzte die folgende Schwächephase von Cross gnadenlos aus.

"Mighty Mike" lief zur Hochform auf und warf regelmäßig, als wäre es ein Leichtes, 180 Punkte und blieb auf die Doppelfelder konsequent. Er zeigte ein Average von 111 Punkten im Schnitt pro Aufnahme sowie eine 60-Prozent-Quote auf die Doppelfelder. Er drehte die Partie und gab kein Leg mehr ab.

Finalteilnahmen als Hobby

"Es ist mein größtes Hobby im Finale zu stehen und Titel zu gewinnen", strahlte van Gerwen. "Rob hat mich im gesamten Turnierverlauf am meisten gefordert", so der Niederländer. "Er ist ganz neu dabei und steht schon im Finale. Er hat meinen Respekt", gab es ein Sonderlob für die geschlagene Turnier-Überraschung.

Cross zeigte sich als fairer Verlierer. "Ich hatte ein tolles Wochenende, vielen Dank an das tolle Publikum, dass mich gerade im Finale stark unterstützt hat", sagte "The Voltage". "Michael hat mehr Erfahrung, aber es dauert nicht mehr lange und dann werde auch ich mein erstes Turnier auf der Bühne gewinnen." Bis dahin darf sich der 26-Jährige über Rang zwei in Mannheim und umgerechnet knapp 11 000 Euro Preisgeld freuen.

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