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Tennis Amateure in der Region wären normalerweise Anfang Mai in die Saison gestartet / Verbände äußern sich / Derzeit können Plätze nicht instand gesetzt werden

Medenrunde soll nun erst im Juni beginnen

Normalerweise herrscht Ende März Hochbetrieb auf den Tennis-Anlagen in der Region: Die Sandplätze werden für die neue Saison hergerichtet. Zwar sind in den vergangenen Jahren viele Vereine dazu übergangen, die Spielfelder von Firmen instand setzen zu lassen, weil es an arbeitswilligen Mitgliedern fehlt, doch viele Clubs bringen die Plätze weiterhin selbst in Schuss. Die obere Schicht des Sandes muss abgekratzt und abgetragen und mit neuem Sand aufgefüllt werden. Meist müssen auch die Linien neu gespannt und eingelegt werden. Es ist oft eine Heidenarbeit, bis der erste Ball gespielt werden kann.

Doch aufgrund der Ausgangsbeschränkungen der Bundes- und Landesregierung sind solcherlei Arbeitseinsätze derzeit nicht oder nur sehr, sehr begrenzt möglich, und die dringlichsten Fragen, welche die Tennisspieler in diesen Tagen umtreibt, sind die: Bekommen wir mit die Plätze so überhaupt fertig, bis die Saison Anfang Mai losgeht? Und grundsätzlich: Kann die Saison 2020 überhaupt gespielt werden? So viel einmal vorweg: Im Mai finden auf jeden Fall keine Medenspiele statt. Der Württembergische Tennis-Bund (WTB) und der Badische Tennis-Verband (BTV) haben wegen der Corona-Krise nun Stellung bezogen und ihren Vereinen ihre weiteren Strategien mitgeteilt.

„Die Verbandsrunde Sommer 2020 beginnt nicht wie ursprünglich geplant im Monat Mai. Sollten es die Entwicklungen zulassen, ist der Start des kompletten Mannschaftswettspielbetriebs für den Monat Juni vorgesehen“, lässt der WTB verlauten. Diese Entscheidung soll es den Vereinen ermöglichen, die Frühjahrsinstandsetzungen der Tennisplätze später durchzuführen, sofern die gesetzlichen Einschränkungen dies zulassen. Die Spielpläne werden angepasst und sollen „frühestens Ende April“ veröffentlich werden.

Beim Badischen Tennis-Verband hört sich die Stellungnahme so an: „Bislang war es unsere Absicht, am 9. April 2020 eine Entscheidung hinsichtlich etwaiger Spielplananpassungen zu treffen. Damit wollten wir uns in erster Linie die theoretische Möglichkeit offenhalten, das lange Wochenende vom 21. bis 24. Mai als Spieltag zu nutzen. Nachdem uns der DTB am 23. März mit seiner Entscheidung, bis einschließlich 7. Juni keinerlei Ranglisten- und LK-Wertungen vorzunehmen, gewissermaßen vor vollendete Tatsachen gestellt hat, ist diese Option nun hinfällig. Im Mai werden somit auch in Baden keine Mannschaftsspiele stattfinden. Dennoch bleibt es dabei, dass wir am 9. April über den neuen Rahmenspielplan entscheiden werden. Damit möchten wir weiterhin vermeiden, dass ein Ersatzspielplan demnächst folgt.“ Betroffen von den „Verboten, sich auf Sportanlagen körperlich zu betätigen“, sind auch sämtliche LK-Turniere und Bezirksmeisterschaften dieser beiden Verbände. Beim BTV wurde zusätzlich die Mitgliederversammlung am 28. März abgesetzt.

Die Winterhallenrunde in Baden wurde durch den Verband am 13. März für beendet erklärt. Eine Auf- und Abstiegsregelung erarbeitet aktuell die Sportkommission. Sobald diese dem Präsidium vorliegt, wirdsie kommuniziert.

Nicht alle Fragen zu beantworten

„Durch unsere frühzeitigen, aber auch ständig aktualisierten Maßnahmen wollen wir zudem unseren Teil zur Verlangsamung der Verbreitung des Coronavirus’ beitragen“, sagt WTV-Präsident Stefan Hofherr. Sein Pendant auf badischer Seite, Stefan Bitenc, meint: „Bei allen Bemühungen und nötiger Sorgfalt, stoßen auch wir bei manchen Themen an unsere Grenzen und können nicht auf alle Fragen eine Antwort geben oder ein Patentrezept liefern. Einige Themen sind sehr komplex und erfordern eine individuelle juristische Beratung, die uns nicht zusteht, die zudem bei einer Falschauskunft auch negative Konsequenzen für den Verband haben kann. Dennoch sind wir ständig im Austausch mit unserer Schieds- und Disziplinarkommission, die uns intensiv und mit großem Zeitaufwand zur Seite steht.“

Trainiert werden kann derzeit auch nicht, was nicht nur die Tennisspieler besorgt, sondern auch die Tennis-Trainer in der Region, die deshalb einen massiven Verdienstausfall hinnehmen müssen.

Beim Badischen Verband heißt es bei diesem Thema: „Unterstützungsleistungen durch den Verband müssen aus unserer Sicht durch eine Mitgliederversammlung beschlossen werden.

Des Weiteren geben wir zu bedenken, dass mögliche verbandliche Zuschüsse sich beispielsweise negativ auf mögliche Zuschüsse durch Bund und Länder auswirken könnten. Dies wurde den freiberuflich für den Verband tätigen Tennistrainern mit Schreiben vom 23. März erläuternd mitgeteilt.“

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