Sport

Kein Selbstläufer

Archivartikel

Es grenzt schon an ein kleines Wunder, dass die Formel-1-Fans auf eine Rückkehr der Königsklasse des Motorsports auf den Hockenheimring hoffen können. Noch im Juli hatten nicht wenige „Experten“ erklärt, es sei so gut wie ausgeschlossen, dass der Millionen-Zirkus noch einmal in der badischen Provinz Station machen würde. Zu groß sei die Konkurrenz auf den anderen Kontinenten. Dort zahlen selbst ernannte oder „demokratisch gewählte“ Staatsoberhäupter die horrenden Antrittsgebühren nur allzu gerne, um sich im Glanz der Formel 1 zu sonnen.

Dass die internationalen Fans höchstens bei der Premiere aus Neugierde vorbei schauen und den Rennen ansonsten die kalte Schulter zeigen, ist den Machern egal. Hauptsache die Kasse stimmt und das Fernsehen überträgt. Wobei auch hier ein Umdenken stattgefunden hat. Bezahlsender Sky hat sich zurückgezogen. Diese Zeichen hat der neue Rechteinhaber anscheinend erkannt und versucht, gegenzusteuern. Die Traditionsstrecken in Europa wollen die Amerikaner nicht verlieren, die Historie und die Begeisterung der Zuschauer sind wohl tatsächlich weiche Faktoren.

Für den Hockenheimring sind das gute Neuigkeiten. Doch ob Liberty Media sich mittel- und langfristig darauf einlässt, die Antrittsgebühren zu senken, steht auf einem anderen Blatt. Schließlich will der Konzern auch Geld verdienen.Wahrscheinlich ist, dass Hockenheim auch künftig nur alle zwei Jahre Gastgeber des Deutschland-Grand-Prix sein wird. Die fälligen Millionen Euro jährlich aufzubringen, ist ohne Sponsoren aussichtslos.

Zum Thema