Sport

Darts Profi Baran Özdemir beschreibt seinen Weg, der ihn in der Weltrangliste unter die besten 100 bringen soll

Immer gegen Bessere spielen

Ein „Triple“ gehört zum Darts wie in anderen Sportarten Tore oder Punkte. So ist es eigentlich nicht verwunderlich, wenn sich Darts-Profi Baran Özdemir ein „Triple“ als Ziel gesetzt hat. Er meint in diesem speziellen Fall damit allerdings nicht einen Treffer im dreifach zählenden Segment einer Darts-Scheibe, sondern den dritten Sieg in Serie bei der Uissigheimer Darts-Championship, die in diesem Jahr am 28. Dezember in der Stahlberghalle stattfindet.

Eigentlich ist ein Turnier wie das in Uissigheim nicht mehr ganz die „Kragenweite“ des 26-Jährigen, der nach eigenen Angaben mittlerweile in der Weltrangliste auf Position 161 geführt wird. „Wenn ich dieses Jahr noch einmal in Uissigheim starte, dann tue ich das auch aus einer Art Heimatverbundenheit.“ Özdemir wurde nämlich in Miltenberg geboren und hat einen Teil seiner Kindheit und Jugend im Hardheimer Ortsteil Schweinberg verbracht. Sein Vater betrieb schon damals einen türkischen Imbiss in Walldürn. Und genau dort machte er als Siebenjähriger seine erste Bekanntschaft mit dem Dartsport, der in den vergangenen Jahren in Deutschland einen richtigen Boom erlebt hat. Bei der jährlichen WM im Londoner „Ally Pally“, die traditionell Ende Dezember stattfindet, werden mittlerweile weit mehr als zehn Prozent der Tickets nach Deutschland verkauft.

Soweit, dass er bei der WM starten darf, ist Baran Özdemir derzeit noch nicht. Aber was noch nicht ist, kann bekanntlich noch werden. Sein aktuelles Ziel ist es, in der Weltrangliste unter die „Top-100“ zu kommen. Natürlich ist er optimistisch, dies auch zu schaffen. „Es läuft. Ich bin auf einem guten Weg.“

Um in der Weltrangliste nach oben zu klettern, braucht er natürlich größere Turniere. „Man kann nur besser werden, wenn man gegen Bessere spielt“, sagt er. Deshalb startete er in den vergangenen Monaten bei den Slovakia Open, den Romania Open, den German Open und den French Open. Und bei allen vier Turnieren hat es es ins sogenannte Board-Finale geschafft, das heißt: Er ist unter die besten 64 gekommen. Kuriosum am Rande: Danach ist Özdemir jeweils gleich ausgeschieden. Immer ganz knapp mit 3:4. Und in allen Fällen hatte er bereits mit 3:0 geführt. Als Niederlage möchte er das jeweilige Ausscheiden aber nicht bewerten. „Ich verliere nicht“, sagt er selbstbewusst. „Ich gewinne entweder meine Spiele oder ich gewinne zumindest an Erfahrung.“

„PDC Qualifiying School“

Die nächsten internationalen Turniere stehen auch schon wieder vor der Tür, zum Beispiel die North Cyprus Open und die Turkish Open. Und außerdem will er sich beim Baden-Württembergischen Dartverband für die Teilnahme am German Masters Open qualifizieren. Und dann sind da noch die Deutschland-Turniere der „PDC Qualifying School.“ Hier kann man sich für weitere internationale Wettkämpfe empfehlen. Wenn er hier gut abschneidet, dann wird er seine Profi-Laufbahn sicherlich fortsetzen. „Auch weil wir marketing-technisch mittlerweile viel besser aufgestellt sind als noch vor einem Jahr.“ Die tatkräftige Unterstützung seiner Partnerin spielt hierbei ebenfalls große Rolle.

Seine Aktivitäten beschränken sich derzeit nicht allein auf die Teilnahme an großen Turnieren. Immer wieder ist er bei PR-Veranstaltungen teil und macht Werbung für sich und seinen Sport. Außerdem hat er einen eigenen Youtube-Kanal (BariiTV), in dem er Tipps und Tricks rund um den Dartsport gibt. Auch auf Instagram ist er mit einen eigenen Account (Barii180) vertreten.

Baran Özdemir wohnt mittlerweile in Ilshofen, seine „alte Heimat“ hat er dennoch nicht vergessen. So wird er in nächster Zeit „immer mal wieder“ dem neuen Dartverein in Tauberbischofsheim einen Besuch abstatten. Der führt nämlich jeweils mittwochs offene Turniere im Bowling-Center durch. „Und das will ich natürlich unterstützen.“

Zum Thema