Seckenheim

Seckenheim Der Gestalter des Zabbe-Brunnens von 1982 schaltet sich in die Diskussion um den künftigen Standort ein

Rumpf zum Badener Platz: „Hier geht es gar nicht!“

Archivartikel

Der künstlerische Gestalter des Sekkenheimer Zabbe-Brunnens, Gernot Rumpf, hat sich für eine Wiederaufstellung seines Werkes auf den Planken ausgesprochen. Sämtliche Alternativstandorte seien nicht geeignet. Das gilt für den Kapellenplatz am Wasserturm und vor allem für den Badener Platz nahe Hammonds. „Hier geht es gar nicht!“, erklärt Rumpf gestern bei einer Rundfahrt zu verschiedenen Standorten.

Als der 77-Jährige am Vormittag auf Einladung von Stadträtin Marianne Seitz gemeinsam mit seiner Frau Barbara auf den Planken eintrifft, da ist es für ihn eine Reise in die Vergangenheit: Drei Jahre war er mit mit dem Projekt Zabbe-Brunnen befasst. „Zuerst wollte er eine charakteristische Figur verewigen“, erinnert sich Barbara Rumpf: „Doch dann kam die Idee mit dem Puhlwagen.“

Auch Rumpf war von ihr begeistert und zufrieden, als der Brunnen 1982 eingeweiht wurde. Nur in einer Sache war er damals nicht glücklich: „Für meine Begriffe wurde der Brunnen etwas zu nah an der Häuserfront aufgestellt.“ Gleichwohl: Für ihn waren die Planken der ideale Standort. Und für ihn sind sie es noch heute.

Und so macht der Künstler klar: „Der Brunnen ist konkret auf diesen Standort hin konzipiert worden“, betont er und nennt Beispiele: „Von der Dimension der Figuren bis zur Anordnung der Steine auf dem Boden.“ Alles andere wäre auch völlig abwegig: „Jedes Denkmal und jedes Kunstwerk wird natürlich immer im Dialog zum Standort gestaltet.“ Der sei also „Teil des künstlerischen Urheberrechtes“, verweist Rumpf auf Paragraf 5 des Vertrages von 1981.

Platzierung vor dem Rathaus

Daher fordert er, den Brunnen wieder auf den Planken aufzustellen. Dabei sieht natürlich auch er, dass an der alten Stelle inzwischen Behindertenparkplätze und Fahrradständer eingerichtet worden sind.

Insofern plädiert er für die Stelle vor dem Historischen Rathaus, auf der Fläche zwischen den Bänken: „Hier passt er hin“, erläutert er unter Hinweis auf das historische Ambiente: „Hier ist die passende Umgebung für ein Denkmal, das ein traditionelles Brauchtum vor Ort thematisiert.“

Dass an dieser Stelle kein Wasseranschluss möglich ist, sei natürlich ein Wermutstropfen: „Wasser hat den angenehmen Effekt, dass Kinder angezogen werden“, argumentiert er: „Und das ermöglicht, dass sie sich irgendwann mit dem Denkmal beschäftigen.“ Vielleicht sei aber doch noch eine „kleine Wasserlösung“ möglich; Rumpf will das abprüfen.

Aber er will sich nicht nachsagen lassen, Alternativstandorte nicht zumindest in Augenschein genommen zu haben. Also geht es an den Badener Platz. Bereits bei der Anfahrt wirkt er im Angesicht des Geländes geradezu „entsetzt“. Spontan entfährt ihm: „Hier geht es gar nicht!“

Als er ausgestiegen ist, erläutert er seine Haltung: „Der Platz ist riesig, fast wie ein Fußballfeld“, klagt er: „Für ein solches Gelände wäre eine zehn Meter hohe Gestaltung angemessen. Der Zabbe-Brunnen aber würde hier total untergehen.“ An dieser Stelle wäre der Brunnen „bedeutungslos und beziehungslos“.

Im Anschluss führt die Fahrt an eine Stelle, die zuweilen ebenfalls als möglicher Standort genannt wird: der Kapellenplatz. Doch auch dieser ist für den Künstler nicht denkbar. Sein Kommentar: „Hier würde der Brunnen wie abgestellt aussehen.“

Und schließlich geht es noch auf den Betriebshof der Stadt Mannheim im Pfeifferswörth, wo der Brunnen seit Entfernung von den Planken liegt. Trotz der Lagerung unter freiem Himmel ist Rumpf mit dem Zustand des Materials zufrieden. Wenn es danach geht, kann er sofort wieder aufgestellt werden.

Info: Fotostrecke und Abstimmung: morgenweb.de/seckenheim

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