Seckenheim

Seckenheim CDU-Gemeinderatsfraktion unternimmt mit Bürgern Rundgang zu den kommunalpolitischen Konfliktpunkten vor Ort

„Aktuell brennt uns das Thema Verkehr unter den Nägeln“

Die Plakate kündigen es so an: Beim Rundgang der CDU-Gemeinderatsfraktion zu den kommunalpolitischen Brennpunkten Seckenheims soll es um den Sport gehen. Doch die rund 40 Anwesenden möchten gerne etwas anderes diskutieren. Obgleich selbst Vorsitzender des großen Sportvereins TSG, bittet Andreas Hänssler: „Der Sport bewegt uns bereits seit zehn Jahren. Aktuell aber brennt uns in Seckenheim viel mehr das Thema Verkehr unter den Nägeln.“ CDU-Fraktionschef Claudius Kranz zeigt sich denn auch flexibel.

Die ersten Ärgernisse kommen bereits am Treffpunkt, den Planken, zur Sprache. Die Gruppe steht unweit des Kiosks, dessen Toilette auch ein halbes Jahr nach Fertigstellung immer noch nicht funktioniert: „Wenn die RNV schon ein solch umstrittenes Projekt hier platziert, dann muss sie auch seine Grundfunktionalitäten garantieren“, formuliert Kranz unter Beifall der Anwesenden.

Das zweite Thema betrifft ein Element der Möblierung, das gar nicht da ist: den Brunnen. Der Bezirksbeirat präferiert dafür bekanntlich die Hammonds. „Die Bürger wollen aber etwas anderes“, meint Stadträtin Marianne Seitz unter Hinweis auf 400 Unterschriften für die Planken: „Wir sollten uns nach den Bürgern richten. Auch ich bin Bürgerin und für die Planken“, sagt sie in Richtung der ihr gegenüber stehenden Bezirksbeiräten ihrer eigenen Partei; von den Bürgern erhält sie Beifall.

Stopp an der Rastatter Straße

Der Rundgang beginnt. Kurz nach dem Alten Rathaus das nächste Ärgernis: der Taxistand, der durch seine Lärmbelästigung die Anwohner aufbringt. Hier hat Seitz gute Neuigkeit: „Der Stand kommt weg.“ Nur wann, das bleibt unklar. Möglicherweise dauert es bis Ende des Jahres.

Der nächste Stopp erfolgt an der Einmündung zur Rastatter Straße. Hier wiederum hat Seitz eine eher schlechte Nachricht: „Von der Stadt habe ich erfahren, dass die Genehmigung für den Kran bis Oktober verlängert worden ist.“ Sprich: Auch die Sperrung der Rastatter Straße hier wird so lange bleiben müssen.

Nach Ansicht der Anwohner beginnen die Probleme jedoch erst so richtig nach Ende des Projektes: „Es ist ein Vier-Familien-Haus mit zwei Gewerbeeinheiten und muss dennoch keinen einzigen eigenen Stellplatz ausweisen“, beklagt Hänssler. Grund: Da der Bauherr eine Wand des Vorgängerbaus, der keinen Stellplatz vorhielt, integriert hat, gilt für den Neubau Bestandsschutz – eben auch für die Bestimmung, keinen Stellplatz ausweisen zu müssen.

„Wir brauchen dringend ein Stellplatzkonzept für Seckenheim“, fordert Hänssler. „Gefordert sind aber auch die Bürger selbst, korrekt zu parken und etwa ihre Hinterhöfe nicht anderweitig zu nutzen“, sagt Stadtrat Thomas Hornung, rennt damit auch bei Hänssler offene Türen ein. Und Hornung ergänzt: „Jeden Tag den Kommunalen Ordnungsdienst vorbeizuschicken, das würde auch keine helle Freude auslösen.“

„Doch eigentlich müssten wir den Kran anmieten oder den Brunnen statt seiner aufstellen“, meint Hänssler im Anflug von Galgenhumor: „Dadurch bliebe uns der Verkehr der neuen Buslinie durch diese Straße erspart“, beklagt er die drohende Belastung mit 48 Bussen zu je 19 Tonnen innerhalb eines Tages.

Aufreger neue Buslinie

Und damit ist die Gruppe beim aktuellen Aufregerthema Nr. 1 angelangt: der neuen Buslinie durch den Ortskern. Denn noch schlimmer als der Rastatter Straße ergehe es schon jetzt der Messkircher Straße: „Busverkehr von halb fünf morgens bis halb zwei nachts“, so ein Anwohner: „80 Busse pro Tag“ – in einer Straße, die so schmal ist, „dass die Busse oft über den Gehweg fahren müssen“.

„Hier gibt es keinen Bedarf für eine solche Buslinie“, sagt Hänssler. „Aber das Argument der RNV lautet ja auch, durch ein neues Angebot mehr Nachfrage zu erzeugen“, ergänzt er bitter: „Das stellt aber die Marktwirtschaft auf den Kopf.“