Schriesheim

Zwischenbilanz Mit Sonnenschein am ersten Festtag erlebt die zweitgrößte Veranstaltung Schriesheims einen Traumstart / Heute Fortsetzung und Kehraus

„Start in einen goldenen Spätsommer“

Archivartikel

Hansjörg Höfer bringt es in seiner Eröffnungsrede auf den Punkt: „Wir starten heute in einen goldenen Spätsommer“, formuliert der Bürgermeister zum Auftakt des Kerwe-Straßenfestes und sollte damit Recht behalten: Mit Sonnenschein geht die größte Veranstaltung der Weinstadt nach dem Mathaisemarkt perfekt los. Und auch der Sonntag läuft gut, da zwar kühl, aber ohne Regen.

„Was wäre das gewesen, wenn es heute so heiß wäre wie vor zwei Wochen?“, graust es dem Stadtoberhaupt. Und auch Olaf Weithäuser ist froh: „Hitze schadet den Menschen ebenso wie den Instrumenten“, sagt der Chef der Musikschule, deren Formation Strada Montana den Eröffnungsvormittag bestreitet: „Doch Regen wäre genauso schlecht.“

Noch etwas kühl ist es allerdings am Samstag, als die Betreiber der Flohmarktstände in aller Frühe aufbauen. Doch im Laufe des Vormittags können sie ihre Jacken beiseitelegen – und sorgen damit zuweilen für Verwirrung: „Ich bin schon gefragt worden, ob ich die auch verkaufe“, erzählt ein Mann lachend.

Der Andrang ist stark. Nicht zuletzt an dem mit 60 Metern größten Stand. Er wird vor der Evangelischen Stadtkirche betrieben und kann zum Glück trotz der aktuellen Baumaßnahmen in dieser Ecke stattfinden.

Auch in den Straußwirtschaften herrscht bald Hochbetrieb. Schlangen bilden sich überall dort, wo besondere Speisen locken: beim Wellfleisch der Lyra, beim Fischessen der Angler, im Suppenhof des KSV am neuen Ort Heidelberger Straße.

Im Gegensatz zu manch früheren Jahren ist auch das Weindorf von Anfang an gut besetzt. Das Bierdorf im Oberen Schulhof hingegen ist – mit Ausnahme der Kinder, die sich auf den riesigen Hüpfburgen austoben – leer; erst am Abend ändert sich das.

Andrang überall in der Stadt

Mit Fortschreiten der Zeit verlagert sich das Geschehen auf die Gassen. Das Kaffeehaus hat in der Oberstadt bestuhlt; die Plätze in der Sonne sind im wahrsten Wortsinn heiß begehrt. Das Motto lautet sehen und gesehen werden, bei „Weizen“ oder Aperol Spritz. Der Abstand von hier zur Band „Steamrocks“, die gegenüber mächtig einheizt, tut ganz gut.

Am Abend spielt hier die Kult-Band Amokoma, und dann gibt es in dieser Ecke erst recht kein Durchkommen mehr: Vor dem Historischen Rathaus drängen sich die Feiernden bis weit in die Heidelberger Straße hinein. Auch das Weindorf ist an diesem Abend so proppenvoll wie seit mehreren Jahren nicht mehr. Und das hat seinen Grund: „Just for Fun“, eine der renommiertesten Bands der Region, ist Top Act und begeistert ihre zahlreichen Fans.

Wer es etwas intimer will (was keineswegs betulich heißt), der kommt beim Jazz in der Oberstadt auf seine Kosten. Und dessen Fans sind bereits am Sonntagvormittag wieder auf den Beinen – Bluesgosch Dieter Reinberger und sein „Hoiner“ haben eben ihre feste Fangemeinde. Ebenso wie Eugen Fallmann, der im Rahmen der Second Generation auftritt. Der Verkaufsoffene Sonntag des BdS lockt zusätzlich Gäste in die Stadt.

Trotz Tausender Besucher aus der gesamten Region bleibt die Sicherheitslage entspannt: Die von der Stadt angeheuerte Security kann sich weitgehend darauf beschränken, die „Wildpinkler“ von ihrem Tun abzuhalten; im Polizeibericht vom Wochenende kommt das Straßenfest denn auch nicht vor. Und die Veranstalter sind sicher, dass dies beim Kehraus heute, 11.30 bis 23 Uhr, vor dem Zehntkeller so bleibt.

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