Schriesheim

Schriesheim Hauptversammlung der Feuerwehr zieht Bilanz

Fast 4000 Stunden Dienst geschoben

Archivartikel

Auch wenn der Kommandant Oliver Scherer das zurückliegende Jahr mit seinen 199 Einsätzen als „unspektakulär“ bezeichnete, schob die Freiwillige Feuerwehr Schriesheim dennoch „keine ruhige Kugel“, sondern vielmehr 3965 Stunden Dienst, 2322 in Einsätzen und 1643 in Übungen.

Glücklicherweise blieb die Weinstadt vor Überschwemmungen verschont. Bedrohlich war hingegen die Unwetterwarnung am Mathaisemarkt-Sonntag, an dem sich der Krisenstab im Feuerwehrhaus schweren Herzens entschließen musste, den Festzug abzusagen. „Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht“, gestand Scherer. Getroffen haben ihn daher die Beschimpfungen nach der Absage: „Das habe ich bislang so nicht erlebt, da wurde ich nicht mehr gegrüßt“.

Breite Palette von Einsätzen

In einer Präsentation kommentierte Scherer besondere Einsätze.

Zur Unterstützung gerufen wurde die Wehr im Februar, als aus Richtung Dossenheim eine stinkende Wolke über die Stadt zog. Verursacher war ein Heidelberger Recyclingbetrieb. Nach Messungen konnte Entwarnung gegeben werden.

Alarmiert wurde sie zu Hilfeleistungen bei Abstürzen im Steinbruch wie auch bei Fehllandungen der Gleitschirmflieger. Da musste der eine oder andere schon mal aus dem Geäst geholt werden. Zu den Einsätzen im Steinbruch bemerkte Scherer, dass sich gerade dort der nach dem Tunnelbau angeschaffte ATV (Quad) bestens bewährt.

Die Wehr löschte eine brennende Gartenhütte und sogar einen Misthaufen. „Der wurde abgetragen und auf einem nahegelegenen Feld abgelöscht“, berichtete Scherer.

Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen gehörten ebenso zum Alltag wie das Öffnen von Türen. Was sich dahinter verbarg, war oft erschütternd. Mit einem „Hebekissen“ wurde in den Weinbergen ein umgestürztes Fahrzeug wieder auf die Räder gestellt und der darunter liegende und daher eingeklemmte Fahrer befreit.

Den Einsatz am 6. September im Waldschwimmbad wird kein Beteiligter so schnell vergessen. „Die Ammoniak-Gefahrenanlage hat Alarm ausgelöst“, berichtete Scherer. Das rief dann auch die Kameraden aus Dossenheim mit den speziellen Chemikalienschutzanzügen und die Wehr aus Ladenburg mit dem Messfahrzeug auf den Plan. Ursache war ein Schmorbrand im Elektroschaltschrank.

Platzmangel im Gerätehaus

Scherer sprach auch die räumliche Enge im Feuerwehrhaus an. „Die Kameraden in Ursenbach haben dasselbe Problem“. Außerdem ging er auf die Einführung des Digitalfunks mit Kosten von 80 000 bis 90 000 Euro ein und konnte den Kameraden die erfreuliche Nachricht überbringen, dass das neue MLF-Fahrzeug im August geliefert wird.

Bürgermeister Hansjörg Höfer dankte den Kameraden für ihren Einsatz zum Wohl der Bürger. Was die Ausstattung angeht, müsse man noch den Bedarfsplan abwarten. Dennoch werden 500 000 Euro für Beschaffungen investiert.

Zur Mitgliederstatistik: Feuerwehrangehörige in der Abteilung Stadt: 128. Aktive in der Kernstadt: 68, davon drei Frauen. Aktive in Löschgruppe Ursenbach: acht, Altersmannschaft Ursenbach: 25 davon eine Frau, Jugendfeuerwehr 17, davon vier Mädchen, Spielmannszug: zehn Aktive, davon fünf Frauen.

In die Einsatzleitung übernommen: Alexander Blumenstein, Tim Fremgen, Linus Merkel, Patrick Schmitt, Tobias Schmitt, Leon Ulrich, Florian Wagner. Ernennung: Gruppenführer: Thorsten Riedling, Zugführer: Thomas Becher.

Beförderungen: zum Feuerwehrmann: Alexander Blumenstein, Leon Ulrich, zum Oberfeuerwehrmann: Katharina Fießer, Julian Döbler, Nicolas Spatz. Beförderung zur Löschmeisterin: Lisa Krämer. Ehrungen für 25 Jahre: Florian Kimmel, für 50 Jahre: Bernhard Liebetrau