Rheinau / Hochstätt

Rheinau Rothlochhütte im Dossenwald wird für 650 000 Euro neu errichtet / Sanitärräume für weibliche Mitarbeiter / Fundamentarbeiten bereits fast fertig

„Das Haus ist nicht mehr zeitgemäß“

Archivartikel

Die Holzkonstruktion des vier Jahrzehnte alten Gebäudes hat faulige Stellen, die weiblichen Auszubildenden müssen sich auf der Herrentoilette umziehen. Und wenn die zehn Mitarbeiter von Norbert Krotz Mittagspause machen, dann müssen sie sich auf mehrere Zimmer verteilen. „Das Haus ist nicht mehr zeitgemäß“, lautet das Fazit des Revierförsters. Das sehen die Experten der Stadt genau so. Deshalb wird die Rothlochhütte im Dossenwald zur Zeit für 650 000 Euro neu errichtet. Die Fundamentarbeiten sind bereits fast abgeschlossen. Im Frühjahr 2019 können Krotz und sein Team einziehen.

„Das Forstbetriebsgebäude im Rheinauer Wald, die sogenannte Rothlochhütte, kann aufgrund ihres Alters, zahlreicher Bauschäden und der gestiegenen Anforderungen nach der Arbeitsstättenverordnung nicht mehr wirtschaftlich und sinnvoll ertüchtigt werden“, erläutert Stadtsprecher Kevin Ittemann. Besonders wegen der Beschäftigung weiblicher Angestellter müssen, so Ittemann, getrennte Sanitärbereiche bereitgestellt werden, die innerhalb der vorhandenen Flächen keinen Platz finden würden. Und letztendlich gehe es eben auch um den Erhalt der Betriebssicherheit der städtischen Immobilie.

Immobilie vier Jahrzehnte alt

Schließlich ist das Sozialgebäude im Betriebshof „Rothlochhütte“ bereits mehr als vier Jahrzehnte alt. Im Jahre 1967 war es bezugsfertig.

Im Jahre 1977 wurde das Gebiet, auf dem das Gebäude steht, erstmals als Trinkwasserschutzgebiet der Zone II ausgewiesen. Das heißt, nach den Bestimmungen der Verordnung sind die Errichtung und die Erweiterung von baulichen Anlagen generell verboten.

Gemäß der Wasserschutzgebietsverordnung Rheinau konnte jedoch eine Ausnahme erteilt werden. Jedoch mit der Auflage, dass beim Bau und auch beim Betrieb der Anlage grundwasserschützende Maßnahmen zu ergreifen sind. Es dürfen also bei den Arbeiten auf keinen Fall Materialien eingesetzt werden, die das Grundwasser verunreinigen oder schädigen könnten. Das gilt auch für die Sauberkeit und Wartung der Geräte, die bei den Beton-, Erd- und fundamentarbeiten zum Einsatz kommen. „Damit ja kein Öl oder sonstige schädlichen Stoffe abfließen“, wie Karl-Ludwig Hecker, Chef des Unternehmens Hecker-Bau aus dem Gorxheimertal, betont.

Strenge Auflagen

Das neue Gebäude wird eine Mindestnutzfläche von 134 Quadratmetern samt zwei Büroräumen, Umkleide- und Waschräumen sowie einem Pausen- und Aufenthaltsraum haben. Zu den Auflagen bezüglich des Trinkwasserschutzgebietes gelten ein Abwasser-Auffangbehälter, Fernwarmeanschluss eine Versickerungsmöglichkeit des Niederschlagwassers und Grundwasserschutzmasnahmen an den Park- und Abstellflächen für Fahrzeuge sowie der Verzicht auf die Lagerung von Flüssiggas. Für die Erstellung des Neubaus ergibt sich ein Gesamtbetrag von insgesamt 650 000 Euro.

Die Kosten für das Herrichten und Erschließen sowie den Abbruch des alten Gebäudes belaufen sich auf 42 200 Euro. Der Betrag für die Baukonstruktion des Neubaus beläuft sich auf 306 000 Euro, für die technischen Anlagen sind 167 200 Euro eingeplant, für die Ausstattung auf 56 000 Euro. Die Kosten für die Statiker sowie die städtischen Planungs- und Bauleitungskosten schlagen mit 78 600 Euro zu Buche.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/rheinau