Rhein-Neckar Löwen

Fakten Künftiger Champions-League-Sieger muss bis zu 20 Spiele bestreiten / Mannheimer Uwe Gensheimer mit Paris favorisiert / „Todesgruppe“ für die Löwen

Beschwerlicher Weg nach Köln

Archivartikel

Mannheim.Am 1. und 2. Juni 2019 wird in Köln das Final Four der Champions League ausgetragen. Diese Zeitung beantwortet die wichtigsten Fragen zum Wettbewerb.

Wie sieht der Modus der Königsklasse aus?

Die Vorrunde wird in vier Gruppen mit Hin- und Rückspiel ausgetragen. In den Gruppen A und B treten die vermeintlich stärksten Mannschaften gegeneinander an. Die beiden Gruppensieger qualifizieren sich direkt fürs Viertelfinale. Die Teams auf den Rängen zwei bis sechs stehen im Achtelfinale. Aus den Gruppen C und D gelingt zwei Clubs der Sprung ins Achtelfinale. Nach Abschluss der Vorrunde trifft der Sieger der Gruppe C auf den Zweiten der Gruppe D. Der Gewinner der Gruppe D spielt gegen den Zweiten der Gruppe C. In Hin- und Rückspiel werden in diesen Duellen zwei Achtefinalstarter ermittelt. Nach den K.o.-Runden steht das Final Four in Köln an: zwei Halbfinalspiele, ein Finale. Der Champions-League-Sieger muss 20 Spiele bestreiten, wenn er nicht zuvor Gewinner der Gruppe A oder B wird und wenn er nicht aus den Gruppen C und D kommt.

Sind die Gruppen C und D wirklich schwächer?

Ja, gerade auch mit Blick auf die Leistungsdichte. Teams wie Besiktas Istanbul oder Riihimäki Cocks aus Finnland sind chancenlos. Am meisten ist noch Ademar Leon (Spanien) zuzutrauen. Eine Wiederholung des Vorjahres-Coups scheint ausgeschlossen: Montpellier HB aus der Gruppe D marschierte zum Champions-League-Sieg durch.

Welche Mannschaften sind die Favoriten?

Paris Saint-Germain mit dem Mannheimer Uwe Gensheimer ist erneut der erste Anwärter auf den Titel, den der Club trotz immenser Ausgaben allerdings noch nie gewann. Dazu gesellen sich Vive Kielce, Telekom Veszprém und der FC Barcelona – übrigens allesamt Vorrundengegner der Löwen wie auch Titelverteidiger Montpellier. Die deutschen Mannschaften sind eher Außenseiter. Zwei Mal in Folge qualifizierte sich zuletzt kein Bundesligist für die Endrunde. Die Vergangenheit hat jedoch gezeigt: Wenn man bei der Endrunde dabei ist, kann alles passieren. Mit den Siegern Montpellier, Skopje und Kielce rechnete in den vergangenen drei Jahren niemand. EHF-Generalsekretär Martin Hausleitner glaubt im Gespräch mit dieser Zeitung, „dass der Ehrgeiz und die Ansprüche der deutschen Clubs nach den vergangenen zwei Jahren sehr groß sind. Ich könnte mir vorstellen, dass das zweimalige Fehlen zu einer Reaktion führen wird.“

Wie sieht die Zukunft der Champions League aus?

Die Idee war, ab 2020 in einer Art Europaliga zu spielen. In der Saison 20/21 bleibt es aber beim bekannten Modus. „Das ist absolut in unserem Sinne. Die Anzahl der Spiele darf auf gar keinen Fall erhöht werden“, sagt Löwen-Managerin Jennifer Kettemann. Die EHF bereitet jedoch alles vor, um künftig vielleicht doch in einer Europaliga mit weniger Teilnehmern, aber mehr Partien zu spielen. So qualifiziert sich für die Saison 2019/20 nur noch eine deutsche Mannschaft direkt für die Königsklasse. Ein zweiter Bundesligist wird sich aber in Zukunft um eine Wildcard bewerben können.